Koller Waffen und Rüstungen Sammlung Dr. Marolf Sigrist, Luzern AUKTION Donnerstag, 24. September 2020, 17.00 Uhr
Sammlung Dr. Marolf Sigrist (1928-2005) Schon während des Zahnarztstudiums in Zürich und Genf erwarb Marolf Sigrist in den spezialisier- ten Antiquitätengeschäften der Altstadt antike Waffen. Nach Abschluss des Studiums1963 und der Eröffnung einer Praxis in seiner Vaterstadt Lu- zern widmete er sich in seiner Freizeit unter ande- rem mit Erfolg dem Judosport und dem Ausbau seiner Sammlung. Bereits in jungen Jahren hatte er von seinem Vater eine Halbarte erhalten. Ihre Popularität verdankt diese Waffe in der Schweiz vor allem den Siegen bei Morgarten 1315 und Sempach 1386. Der Sieg vom 9. Juli 1386 wird nach wie vor alljährlich mit einer 1387 angeord- neten Dankes-und Gedenkfeier begangen. Aus naheliegenden Gründen konzentrierte sich das Sammelinteresse des Luzerner Offiziers Sigrist in zunehmendem Masse auf Schweizer Waffen, vor allem Halbarten und andere Stangenwaffen. In der Slg. Sigrist sind denn auch die für die Schweiz vom 16. bis 18. Jahrhundert typischen Stangenwaf- fen in seltener wohl einmaliger Vielfalt vorhanden. Sempacherhalbarten des 17. Jahrhunderts sind mit Beispielen aus Bern, Zürich, Neuenburg vertre- ten (Lot 1428,1429,1432); aus Luzern stammen Kriegsgertel (Lot 1415) und Luzernerhammer (Lot 1427). Sogar die ersten Vertreter der in Zofingen eingewanderten Ringier produzierten im 16. Jahr- hundert formschöne kampftaugliche Halbarten. Mit den wenigen Griff-und Schutzwaffen wird auch ein ausserordentlich seltener „Schweizersäbel“ mit einem in Eisen geschnittenen Gefäss angeboten, der um 1560 in München unter Verwendung ei- ner Klinge des bekannten Klingenschmieds Chris- toph Stäntler angefertigt worden ist (Lot 1418). Die Waffe befand sich im Besitz von Baron Charles Alexander de Cosson (1846-1929) und gehörte 1924 zur Severance-Collection im Cleveland Mu- seum of Art und wurde von diesem in den 1970ger Jahren verkauft.
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