Koller - Schweizer Kunst AUKTION Freitag, 2. Juli 2021, 14 Uhr
3055 AUGUSTOGIACOMETTI (Stampa 1877–1947 Zürich) Blaue Blumen. 1911. Öl auf Leinwand. Unten rechts monogrammiert: Rückseitig auf Keilrahmen signiert und bezeichnet: Augusto Giacometti. "Blaue Blumen". 40,5 × 45,5 cm. Provenienz: - Nachlass Prof. August Babberger, Karls- ruhe. - P. Meile, Zürich. - Auktion Galerie Koller, Zürich, 29.11.1978, Los 5137. - Schweizer Privatsammlung, an obiger Auktion erworben. Literatur: Hans Hartmann: Augusto Giacometti. Pionier der abstrakten Malerei. Ein Leben für die Farbe, Chur 1981, S. 217, Nr. 737. August Babberger (1885–1936) lernteAu- gustoGiacometti um1910 in Florenz ken- nen, mit dem ihn eine lebenslange Freund- schaft verband. Es ist wahrscheinlich, dass Babberger das hier angeboteneGemälde direkt vonGiacometti erworben hat. Augusto Giacometti hat sehr früh die Grenzen zwischen abstrakter und gegenständlicher Malerei gesucht und diese Grenzen in zwei Schaffensphasen (um 1910 sowie um 1920) zeitweise auch überschritten. Das vorliegende Gemälde entstand in der imGesamtwerk wichtigen Zeit von 1909–1913 und steht amAnfang des schöpferischen Höhepunktes Augus- tos. „Mit den tachistischen Werken dieser Jahre stand er absolut an der Spitze der internationalen Entwicklung in der Kunst. In diesen Bildern war Neues vorweggenom- men, das weltweit erst nach 1945 seine Fortsetzung fand“ (Hans Hartmann 1981, S. 32). Der Künstler arbeitet mit pastos und breit aufgetragenen Farben, die er in einen dynamischen Gegensatz zum flächigen Malgrund setzt, welcher durch bewusste Auslassungen in die Komposition einbe- zogen wird. Die in sich geschlossene Aus- schnitthaftigkeit der Komposition verleiht dem Bild seinen abstrakten Charakter, der sich imGrunde genommen aber an der Natur orientiert. Im Katalog der Luzerner Giacometti Ausstellung von 1986/87 schrieb Hans van der Grinten: „[...] eine besondere Stellung nehmen einige nah- ansichtige Blumenbilder des Zeitraumes 1911 bis 1913 ein, deren Blütenstände sich zu einemGewebe von Farben verdich- ten. Jede Räumlichkeit tritt zurück, der organische Aufbau der Pflanzen wird auf Andeutungen reduziert“. CHF 80 000 / 140 000 (€ 72 730 / 127 270) Schweizer Kunst | 68
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