Koller Bücher AUKTION Mittwoch, 29. September 2021, 14 Uhr
| 34 Bücher | Moderne Literatur 183 Proust, Marcel. À la recherche du temps perdu. 8 Teile in 13 Bänden. Paris, Bernard Grasset, Nouvelle Revue Francaise, 1913-1927. 8°. Dunkelblaue Maroquin-Meistereinbände (sign. M. Fray) mit goldgepr. Rückentiteln, typogra- phischer und geometrischer Deckelgestal- tung in Blind- und Farbprägung sowie dreiseit. Goldschnitt. Spiegel- und Vorsatzbezüge aus verschiedenfarbigem Sämischleder. Origi- nal-Broschuren eingebunden. In marmorierten Schubern (Rücken mit leichten Bereibungen und Flecken, Schuber VI Segmente etwas gelöst). Pierre-Quint 55. - Erste Ausgabe. - ENTHÄLT: 1. Du côté de chez Swann (Exemplar mit dem korrigierten Erscheinungsdatum, Jahreszahl 1914 auf Titel). Eines von 12 Exemplaren (GA 17). 2. À l‘ombre des jeunes filles en fleurs. Eines von 64 Exemplaren (GA 70). 3. Le coté de guermantes I. Eines von 800 Exemplaren (GA 1030). 4. Le coté de guermantes II Sodome et Gomorrhe I. Eines von 800 Exemplaren (GA 1030). 5. Sodome et Gomorrhe II. Eines von 850 Exemplaren (GA 880). 6. La Prisonnière, Sodo- me et Gomorrhe III. Eines von 875 Exemplaren (GA 905). 7. Albertine disparue. Eines von 1200 Exemplaren (GA 1235). 8. Le temps retrouvé. Eines von 30 Exemplaren hors commerce, (GA 1374). - Die vorliegenden 8 Romane Marcel Prousts bilden das Hauptwerk seines Oeuvres, und haben zugleich eine nicht wegzudenkende Bedeutsamkeit für die französische Rom- anliteratur des frühen 20. Jahrhunderts. Der mehrteilige Roman erzählt autobiographisch die lebenslange allegorische Suche nach der Wahr- heit, und sticht sowohl aufgrund seiner Länge als auch wegen der Thematik der unfreiwilligen Erinnerung literarisch hervor. Als Anlehnung an Kindheits-Erinnerungen des Autors erhielt 1919 den Prix Goncourt macht den Autor auf einen Schlag berühmt. Da ihn 1922 eine schwere Krankheit zumAbbruch der Arbeit zwang und Proust kurz davor verstarb, erschienen die letz- ten drei Teile posthum. - Sehr schön erhaltene erste Ausgabe. CHF 6 000 / 9 000 (€ 5 560 / 8 330) 184* Walser, Robert - Poetenleben. Frauenfeld u. Leipzig, Huber & Co., 1918. 8°. [2] Bll., 183 S., [2] Bll. Originalhalbleinenband mit farbig lithogra- phierter Vorderdeckelillustration von Karl Walser (minimal berieben sowie Ecken bestossen). Badorrek/Hoguth B 87. - Erste Ausgabe - Ent- hält 25 kurze Prosa-Texte, die Walser aus- nahmslos bereits in Zeitungen und Zeitschriften veröffentlicht hatte. - Teils minimal stockfleckig. CHF 300 / 500 (€ 280 / 460) 185 Rouault, Georges. Miserere. Mit 57 (st. 58) Original-Aquatinta-Radierungen von G. Rouault (Aquatinta und Zucker-Aquatinta über Helio- gravüren von Tuschezeichnungen, überarbeitet mit Kaltnadel, Roulette, Polierstahl u. a.), meist in der Platte monogrammiert und datiert 1922 bis 1927. Paris, Éditions de l’Étoile filante, 1948. Gr.-Folio (68 x 52 cm). [130] (teils w.) Bll. Lose Lagen in Original-Halbpergament-Mappe mit goldgeprägtem Rückentitel und Messing- Schliessklammer (gebräunt, etwas fleckig, unteres Kapital leicht bestossen). Monod 9966 - Chapon, Rouault, Nrn. 54 bis 111. - Chapon, Livres, S. 74 - Rauch 156 - Hog- ben/Watson 72 - Thiem 159. - Eines von 425 nummerierten Exemplaren (GA 450). - Während des Krieges 1914-18 empfing der Künstler die ersten Anregungen zumMiserere, einem graphischen Zyklus, der 1917 begonnen, zehn Jahre später vollendet, aber immer wieder aufs neue überarbeitet und erst 1948 veröffent- licht wurde. Das Werk sollte ursprünglich im Auftrag von Ambroise Vollard in zwei Teilen als „Guerre“ und „Miserere“ mit 100 Darstellungen und einemText von André Suarès erscheinen. Durch Vollards Tod und den Zweiten Weltkrieg wurde das geplante Werk nicht vollendet. Ein Teil der Radierungen ging im Krieg verloren. 1947 konnte Rouault die Jacquemin- Abzüge aus demNachlass Vollards retten und sie der Ver- lagsgesellschaft L’Étoile Filante anvertrauen, die sie 1948 in der vorliegenden Ausgabe ohne den Text von Suarès mit einemVorwort Rouaults veröffentlichte. - Unbeschnittenes Exemplar. - Es fehlt die Tafel VIII („Qui ne se grime pas?“). - Schwach gebräunt, an den unteren Ecken leicht bestossen. CHF 6 000 / 9 000 (€ 5 560 / 8 330) 183 183
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