Koller Bücher AUKTION Mittwoch, 29. September 2021, 14 Uhr
| 94 Bücher | Alte Drucke & Bibeln 324 Lupus, Johannes (Juan Lopez). De libertate ecclesiastica tractatus. Mit Titeleinfassung von Johannes Wechtlin in Clair-obscur mit roter Tonplatte. Strassburg, Johannes Schott, 3. Februar 1511. Kl.-4°. 70, [2] Bll. Flexibler Per- gamentband d. Z. mit spät. fragmentarischen Rückenbezug (fleckig). VD16 L 2490 - Adams L 1724 - BM STC Ger- man 534 - Fairfax Murray German 248. - Einzige Ausgabe. - Inkunabel des Helldunkel-Schnitts, wobei die Titelbordüre auch Hans Baldung Grien zugeschrieben wird. Vgl. Oldenbourg L59. - „One of the earliest specimens of chiaros- curo borders and the first by Wechtlin. [...] This method of colour printing was seldom used, but Schott, the printer of this book, produced several specimens in this manner, and was pro- bably the first to use this process for borders of title-pages [...].“ (Fairfax M.). Schott setzte diese, in der Buchillustration sehr seltene Technik erstmals 1510 ein, das vorliegende Werk ist offenbar der zweite Anwendungsfall überhaupt. - DemHumanisten und späteren Papst Enea Silvio Piccolomini gewidmeter kirchenrechtlicher Traktat. - Etwas gebräunt, einige Marginalien von alter Hand, anfangs stärkerer Feuchtfleck imweissen Unterrand. Alte hs. Besitzvermerke auf Titelblatt. CHF 600 / 900 (€ 560 / 830) 325 MEDIZIN - Paulus Aegineta. Opus de re medica, nunc primum integrum latinitate donatum, per IoannemGuinteriumAndernacum. 7 Teile in 1 Band. Mit Holzschnitt-Druckermarke auf Titel und zahlr. Holzschnitt-Initialen. Paris, S. de Colines, 1532. Folio. [20] Bll., 47 S., [4] Bll., 127 S., [4] Bll., 48 S., [4] Bll., 24 S., [4] Bll., 83 S., [4] Bll., 156 (statt 158) S. Späterer Lederband unter Verwendung alter Decken mit goldgepr. Mittelstücken (etwas berieben). Durling 3551 - Osler 439 - Choulant 142 - Stillwell 473 - Renouard, Colines 251 - nicht bei Wellcome und Waller. - Erste lateinische Ge- samtausgabe. - „The extreme practicality of the text and its consequent use doubtless accounts for its rarity today. Its section on surgery, Book VI, has been called the principal medical work of the Byzantine era.“ (Stilwell). - Es fehlt das letzte Blatt (Teil 7, S. 157/158). - Titel mit grösserem, alt hinterlegten Ausriss (Textverlust verso) und hs. Besitzvermerk. Stellenweise etwas feucht- fleckig, ansonsten ordentliches und breitrandi - ges Exemplar. CHF 300 / 500 (€ 280 / 460) 326 Petrarca, Francesco. Das Glückbuch, Bey- des dess Gutten und Bösen... vor im latein beschriben, und yetz grüntlich verteütscht... 2 in 1 Band. Mit 2 grossen Titelvignetten und 256 (teilweise ganzs.) Holzschnitten und 4 Holz- schnitt-Initialen des Petrarca-Meisters. Augs- burg, Heinrich Steiner, 1539. 4°. [20], CXV, [1] w., [10], Bll., CXLII, [8] Bll. Rest. Schweinsleder d. Z. über Holzdeckeln auf 4 Bünden mit blindgepräg- ter Rollbandornamentik und Streicheisenverzie- rungen, 2 intakten Messing-Schliessen (Rücken und Schliessbänder erneuert, leicht berieben, etwas gebräunt und fleckig, 2 winzige Wurm - löchlein auf Vorderdeckel). VD16 P 1726 - BM STC German 686 - Muther 887 - Slg. Speck 51 - nicht bei Adams. - Zweite deutsche Ausgabe, die erste Ausgabe dieser Übersetzung von „De remediis utriusque fortu- na“ durch Stephan Vigilius. - Das Werk erfreute sich im deutschsprachigen Europa grosser Beliebtheit, wo es – wie alle lateinischen Werke Petrarcas – erstmals imDruck erschienen war. In dieser Ausgabe wird jeder Dialog durch lateinische und deutsche Couplets von Johann Pinician eingeleitet. Petrarca gibt im vorliegen- den Werk gleichsam eine Beispielsammlung von allen guten und bösen Möglichkeiten mensch- licher Existenz. Das Einführungsgedicht und die poetischen Kapiteleinteilungen stammen von Sebastian Brant. Der anonyme ‚Petrarca- meister‘ wurde von Muther als Hans Burgkmair identifiziert und in jüngerer Zeit von Campbell 326 324
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