Bücher & Autographen Mittwoch 29 März 2023, 13.30 Uhr

| 124 Bücher | Alte Drucke & Bibeln 391 Luther, Martin. Das Jesus Christus ein geborner Jude sey. Mit Holzschnitt-Titelbordüre. Witten- berg (d.i. Basel, A.Petri), 1523. 8° (20,3 × 15,2 cm). [19] Bll. Moderner Halbpergament-Einband mit Rückenbezug unter Verwendung einer alten Notenhandschrift. VD16 L 4310 - Benzing 1536 - Hieronymus, Pe- tri/Schwabe 110. - Einer von 10 Drucken im Jahr der Wittenberger Erstausgabe. - Wichtige frühe Schrift Luthers, die sein Verhältnis zum Ju- dentum zu diesemZeitpunkt zusammenfasst. Anders als bei den späten, von einem aggressiv formulierten Antijudaismus geprägten Texten steht hier noch die Einsicht in die unheilvolle Unterdrückung der Juden (namentlich durch die Papstkirche) imVordergrund. Gleichzeitig wird aber deren Theologie bereits verworfen, die eigene Reformation als Missionsauftrag gedeutet. - Stärker gebräunt und randfleckig, einige Marginalien und Unterstreichungen von alter Hand. - Titel mit altemNamenszug im Unterrand. CHF 600 / 900 (€ 600 / 900) 392 MEDIZIN - Gynäkologie - Ruf, Jakob. De conceptu et generatione hominis. Mit Holz- schnitt-Titelvignette, 1 Wappen-Holzschnitt und 69 (7 ganzseit.) Zwischentiteln und Text- holzschnitten von Jost Ammann. Frankfurt a. M., G. Corvinus für S. Feyerabend, 1580. Kl.-4°. [5 (statt 6, ohne das letzte weisse)], 100 Bll. Halb- pergament d. 18. Jhs. mit hs. Rückentitel (etwas berieben, Kanten bestossen, Deckelbezüge mit kl. Absplitterungen). VD16 R 3582 - Adams 867 - Durling 3981. - Zweite lateinische Ausgabe des Hebam- menbuches, die erste mit den Holzschnitten von Jost Ammann. - Der Anlass zur Nieder- schrift dieses berühmten Lehrwerkes war Rufs Verpflichtung durch die Räte Zürichs im Jahr 1552, die städtischen Hebammen zu instru- ieren, zu examinieren, zu überwachen und sie bei Geburtskomplikationen zu beraten. „Das Trostbüchle steht damit für einen Paradigmen- wechsel in der Geburtshilfe: Das von Männern entwickelte theoretische Wissen über den weib- lichen Körper wurde im Lauf der Frühen Neuzeit zur Bedingung, den Beruf der Hebamme ausüben zu können, während die Weitergabe der praktischen Geburtshilfe von Frau zu Frau an Bedeutung verlor.“ (Ritzmann, I.: Die gehörnte Gebärmutter, in: Schweizerische Ärzteztg. 2017;98(2122):707). - Die Holzschnitte zeigen Entbindung, Wochenstube, Kindlagen, Gebär- stuhl, gynäkol. Instrumente, aber auch Monster u. Missgeburten. - Etwas gebräunt, leicht finger - fleckig, gelegentliche Unterstreichungen und Marginalien von alter und neuerer Hand, letztere in dezentem Rotstift. - Provenienz: hs. Besitz- vermerk des Genfer Ständerats und Bibliophilen Frédéric Raisin (1851-1923) auf Vorsatz, datiert 1880 sowie dessen Exlibris von Felix Vallotton auf Spiegel (Vallotton/Goerg 115). CHF 1 000 / 1 500 (€ 1 000 / 1 500) 391 392

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