Bücher Mittwoch, 20. September 2023, 13.30 Uhr
| 66 Bücher | Topographie & Reisen 260 ATLANTEN - Ortelius, Abraham. Theatrum orbis terrarum. 3 Teile in 1 Band. Mit 2 gest. Titeln, 1 Titelvignette, 1 Portrait, 7 (davon 5 doppelblattgr.) Kup- fertafeln und 161 doppelblattgr. Kupferstich-Karten, 5 Textkupfern, alles altkoloriert, 169 (davon 168 kolor.) Initialen sowie einigen kolor. Textvignetten. Antwerpen, Plantin, 1612. Gr.-Folio (48 × 30,5 cm). [26], 128, [4], XL, [1] Bll., 30 S., [3] Bll. Pergamenteinband d. Z. mit hs. Rückentitel, ornamentaler Blind- prägung auf Rücken und Deckeln, blindgeprägtem zweifachen Leistenrahmen und Eckfleurons (Schliessbänder entfernt, Vordergelenk unten fachmän - nisch ergänzt, etwas fleckig, gebräunt, leicht berieben und bestossen). Phillips/Le Gear 5923 - Koeman 3, Ort 41 - van der Krogt, 31:055 - vgl. Sabin 57693 (Ausg. 1519). - „This is the last of the Latin editions of the Theatrum and the most complete, too. It contains elaborate preliminary matter and an introduction to cosmography by Michel Coignet, the Parergon and the Nomenclator. This edition was printed and published by the successor of Plantin in the famous printing house“ (Koeman). - Vollständiges Exemplar mit 128 Karten imTheatrum sowie den 33 Karten des Parergon. - Die Benutzung von gedruckten Atlanten war über Jahrhunderte hinweg die selbstver- ständliche Praxis des Reisenden. Ein Atlas erschloss die Welt und die Routen zwischen Ländern und Erdteilen. Was genau aber ist eigentlich ein Atlas? Diese Frage lässt sich einfach beantworten: Er ist die kluge Kombination von Karten und erläuternden Texten, die von AbrahamOrtelius (1527–1598) im letzten Drittel des 16. Jahrhunderts erfunden wurde. Er kam auf die Idee, See- und Landkarten in einem einheitlichen Format stechen zu lassen und sie in einem Band zusammengefasst herauszugeben. Das erstmals 1570 erschienene Werk stellte die Kenntnisse der besten Geographen seiner Zeit einer breiteren Öffentlichkeit zur Verfügung. Die Entdeckung Amerikas durch Kolumbus und auch die erste Weltumseglung durch Magellan lagen noch nicht allzu weit zurück. Auch den Gebildeten waren diese Gebiete ebenso wie viele europäische Länder noch kaum vertraut. Ortelius gelang es, die Welt vor demHorizont seiner Zeitgenossen wie auf einer Schaubühne darzubieten: Wissenschaftlich so exakt wie möglich, präsentierte er den Erdkreis auch in künstlerisch ansprechender Weise, geschmückt mit mythologischen Darstellungen und mit Abbildungen von nautischen Geräten oder Schiffen verziert. Nach dem grossen Erfolg der Erstausgabe wurde das Unternehmen in den folgenden Jahrzehnten immer weiter ausgebaut, immer neue Karten ergänz- ten den Bestand. Hatte die Erstausgabe noch 53 Karten, umfasst die Ausgabe von 1595 bereits 147 Karten. Die vorliegende Ausgabe basiert auf derjeni- gen von 1609, von der sie bis auf das Titelblatt ein exakter Nachdruck ist. Sie wird als ‚die vollständigste‘ bezeichnet, da Plantin fünf Tafeln überarbeitet und das gesamte Vormaterial ergänzt hat. Unser Exemplar enthält den Parergon (Anhang), mit realen und fiktiven Karten des Altertums (die Reiseroute des Aeneas in Vergils Aeneis), und den Nomenclator ptolemaicus (Ptolemäus-Monitor), eine Art Verzeichnis der Ortsnamen in Ptolemäus‘ Geographie. - Auf der Rückseite des Haupttitels das ganzseitige Wappenkupfer Philipps III. von Spanien. - Gleichmässig gebräunt, nur gelegentlich schwach fleckig (hauptsächlich imweissen Rand), stellenweise schwache Knickspur in den Ecken aufgrund Bestossung, ab Tafel 31 minimaler Wurmgang im Bug (teils mit leichtemDarstellungsverlust), XXXIII kl. Wurmlöchlein imweissen Rand (ausserhalb der Darstellung), Spiegel und Vorsatzblätter ebenfalls etwas wurmsti- chig, Titel minimal imweissen Rand betroffen (ohne Text- oder Darstellungsverlust). Vorderes Innengelenk angeplatzt, Lage A6 im Bug verstärkt und neu eingehängt. - Insgesamt sehr gutes Exemplar des in dieser Vollständigkeit und Erhaltungsqualität überaus seltenen Werkes imOriginal-Einband der Zeit. - Auf vorderem Spiegel und Vorsatzblatt frühneuzeitliche handschriftliche Signatur. Auf Titel gelöschter handschriftlicher Besitzvermerk. - Provenienz: Schweizer Privatbesitz. CHF 250 000 / 350 000 (€ 260 420 / 364 580)
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