Bücher Mittwoch, 20. September 2023, 13.30 Uhr
| 82 Bücher | Technik & Naturwissenschaften 289 Leibniz, Gottfried Wilhelm. Opera omnia, nunc primum collecta, in classes distributa, praefa- tionibus & indicibus exornata, studio L. Dutens. 6 Bände. Mit 1 gest. Portrait, 41 (11 gefalt.) Kupfertafeln und 1 Falttabelle. Genf, de Tour- nes, 1768. 4°. Lederbände d. Z. mit goldgepr. Rückentiteln und reicher Rückenvergoldung (saubere Restaurierungen an Kapitalen und Gelenken). DSB 8, 166 - Ravier 473 (mit genauer Inhaltsan- gabe S. 535 ff.) - Faber du Faur 1544 - Roller-G. II, 93 - Cantor IV, 17. - Erste Gesamtausgabe, besorgt durch den Historiker und Mathematiker Louis Dutens. - Stellenweise etwas gebräunt, die Tafeln in Band 3 durchgehend stärker. - Alte, hs. gelöschte Besitzvermerke auf Titeln. CHF 1 600 / 2 400 (€ 1 670 / 2 500) 290 LEXIKA - Diderot, [Denis] - D'Alembert, [Jean Le Rond]. Encyclopédie, ou dictionnaire raisonné des sciences, des art et des mé - tiers... 17 Textbände, 4 Supplementbände, 12 Tafelbände und 2 Indexbände in zus. 35 Bänden. Mit 1 gest. Frontispiz (zus. mit dem seltenen Erklärungsblatt von Diderot), 1 gefalt. u. gest. Stammbaum, 2640 Kupfertafeln (davon über 300 doppelblattgr. oder gefalt.), sowie 1 (st. 7) gefalt. Tabellen. Paris, Briasson u. a., 1751-1772 (Textbde. 1-8 und Tafelbde. 1-11); Neuchâ- tel (d. i. Paris), Faulche, 1765 (Textbde. 8-17); Amsterdam, Panckoucke und Rey, 1776-1780 (Supplementbände und Index). Folio. Marmo- rierte Kalbsleder d. Z. mit Ecken- und Innenkan- tenverg. sowie reicher Rückenverg. und 2 Rü- ckenschildern (Rücken etwas gebräunt, Bd. 17 stärker, berieben und bestossen, teils beschabt, Rückenschilder teils stärker berieben bzw. mit Fehlstellen, Gelenke teils leicht angerissen). Adams, Diderot I, G1 - Tchemerzine IV, 434- 435 - PMM 200 - Brunet II, 700 - Graesse II, 389 - Ebert 6709. - Erste und originale Ausgabe mit allen Tafel- und Supplement-Bänden. - Die Encyclopédie, von Diderot und D'Alembert herausgegeben, die selbst auch einen grossen Teil der insgesamt gegen 72000 Artikel verant- worteten, gilt als das bedeutendste Werk der Aufklärung. Sie ist heute eine der herausragen- den Quellen für die Gesellschaft, Kultur und Wissenschaft des 18. Jhs. "Ein Monument in der Geschichte des europäischen Denkens; der Gipfelpunkt des Zeitalters der Vernunft" (PMM). Diderot beaufsichtigte auch den grössten Teil der speziell angefertigten Kupferstiche. Die detailreichen, meist grossformatigen Abbil- dungen illustrieren Handwerk, Technik und Gewerbe im 18. Jh. und wurden eigens für diese Enzyklopädie hergestellt. Der Kupferstich mit dem Stammbaum der Erkenntnis zeigt, wie alle Künste und Wissenschaften aus den drei geis- tigen Fähigkeiten hervorspriessen: Vernunft, Erinnerung und Einbildungskraft. Gott und die heilige Schrift hatten hier keinen Platz, was das Unternehmen für Kirche und Staat so gefähr- lich machte: "Die Philosophie bildet [auf dem Kupferstich] den Stamm des Baumes, während die Theologie ein entfernter Ast in der Nähe der schwarzen Magie ist. Diderot und d'Alembert hatten die alte Königin der Wissenschaften entthront. Sie hatten die erkennbare Welt neu geordnet und den Menschen darin neu orien- tiert, während sie Gott hinausdrängten." (Darn- ton, Glänzende Geschäfte, S. 16). Diderot und D'Alembert beabsichtigten mit demWerk, nicht nur das ganze Wissen ihrer Zeit zu bündeln und zusammenzutragen, sondern auch das Denken der Menschen im Sinn der Aufklärung zu be- einflussen und zu verändern. Sie verzichteten weitgehend auf historische und biographische Artikel, legten dafür umso mehr Wert auf die Behandlung der angewandten mechanischen Künste, denen sie gleichberechtigten Status neben Kunst und Wissenschaft zubilligten. Von den etwas mehr als 4000 gedruckten Exempla- ren fand rund die Hälfte ausserhalb Frankreichs einen Käufer, obgleich Hof, Kirche, und Richer- schaft ausser sich vor Empörung waren. Im Jahr 1759 wurden die bis dahin veröffentlichten sieben Bände vom Pariser Generalstaatsanwalt verboten und vom Papst auf den Index gesetzt. Nach jahrelangem Rechsstreit konnten die übri- gen Bände doch noch in "Neuchâtel" (Druckort Paris) und Amsterdam erscheinen. - Vereinzelte Tafeln kopfüber eingebunden. - Durchgehend, jedoch zumeist gleichmässig gebräunt, insbe- sondere an den Rändern, und stellenweise leicht braun- und stockfleckig, teils in den Ecken ge - faltet, leichte Eselsohren, teils leicht gestaucht, Vorsätze etwas feuchtrandig, vereinzelte Tafeln leicht angerissen (teils alt hinterlegt). Insgesamt in guter Erhaltung und sauber. - Provenienz: Schweizer Privatbesitz. Detaillierte Kollation der Einzelbände auf Anfra- ge vorhanden. CHF 12 000 / 18 000 (€ 12 500 / 18 750) 290
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