Impressionismus & Moderne Lot 3201 – 3274 Freitag, 1. Dezember 2023, 16.30 Uhr
| 64 Impressionismus & Moderne 3253* PABLO PICASSO (Málaga 1881–1973 Mougins) Visite de l'atelier. 1954. Tusche und Farbstift auf Papier. Unten rechts signiert und datiert: 19.1.54. VII. Picasso. 24 × 32 cm. Provenienz: - Galerie Louise Leiris, Paris. - Herman C. Goldsmith, New York. - Privatbesitz London, von obigem Sammler erworben. Literatur: - Christian Zervos: Pablo Picasso, Paris 1965, Bd. XVI, S. 63, Nr. 193 (mit Abb.). - Alan Wofsy (Hrsg.): Picasso's Paintings. Watercolors, Drawings & Sculpture. A Comprehensive Illustrated Catalogue, 1885–1973, San Francisco 2000, Nr. 93. - Estafros Tériade (Hrsg.): Suite de 180 dessins de Picasso, 28 novembre 1953 au 3 février 1954, Verve, Paris 1954, Bd. VIII, Nr. 29–30 (mit Abb.). - Karen Kleinfelder: The Artist, His Model, Her Image, His Gaze. Picasso's Pursuit of the Model, Chicago/London 1993, Nr. 71. - Marie-Laure Bernadac, Isabelle Monod-Fontaine, Michel Leiris, John Richardson, Brigitte Baer und David Sylvester: Late Picasso, Paintings, Sculpture, Drawings and Prints, 1953–1972, London 1988, Nr. 11. - Werner Spies (Hrsg.): Picasso. Malen gegen die Zeit, Düsseldorf 2006, S. 32. - Werner Spies: The Continent Named Picasso. The Eye and the Word – Collected Writings on Art and Literature, New York 2011, Bd. V, S. 336. Die Tuschezeichnung "Visite de l'atelier" ist eine von 180 Zeich- nungen, die Pablo Picasso für die ihm gewidmete Doppelausgabe der Zeitschrift "Verve" im September 1954 schafft. Die opulente Publikation zeigt jedes Werk in Originalgrösse und in chronolo- gischer Reihenfolge. Estafros Tériade, der Gründer von "Verve", sagt über diese Sammlung von Picasso-Zeichnungen:"Im letzten Winter, von Mitte Dezember bis Ende Januar 1954, arbeitete Picasso unermüdlich an dieser Serie von Zeichnungen, die zu den schönsten, kühnsten und eindringlichsten menschlichen Arbeiten gehören, die er im Laufe seiner langen und glänzenden Karriere geschaffen hat" (Anthonioz, S. 255). Als Picasso diese Serie imNovember 1953 beginnt, hat ihn Françoise Gilot gerade mit den beiden Kindern verlassen. Tief verletzt schliesst er sich in seiner verlassenen Villa in Vallauris ein und produziert in einemwahren Schaffensrausch diese 180 Zeichnungen. Diese Arbeit kann folglich als Verarbeitung einer tiefen Krise verstanden werden. Die Werke behandeln das zentrale Thema des Malers und seines Modells, des Mannes und der Frau, des Subjekts und des Objekts, in einem burlesken, komischen, grotesken und manchmal karikaturistischen Stil. CHF 70 000 / 120 000 (€ 72 920 / 125 000)
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