Dekorative Graphik Lot 3601 – 3654 Freitag, 22. März 2024, 10.00 Uhr

3613 ALBRECHT DÜRER (1471 Nürnberg 1528) Die Darstellung imTempel. Blatt 13 der Folge: Marienleben. Um 1505. Holzschnitt auf Bütten mit Wz. Hohe Krone (Meder 20). Am unteren Rand links imDruckstock monogrammiert: AD. 29,5 x 20,9 cm. Gerahmt. Bartsch 88; Schoch/Mende/ Scherbaum 178; Meder 200 I a (von III f). - Hervorra- gender, tiefschwarzer, gleichmässiger und klarer Frühdruck mit der Einfassungsli- nie. Einzelne kaum sichtbare Fleckchen. Am oberen Rand und unten mittig auf einen Unterlagenkarton fixiert. Verso mit wenigen Resten einer alten Montierung. Insgesamt in sehr guter Erhaltung. - Aus den Sammlung von Dr. Ackermann und Vincent Mayer, die nach Frits Lugt jeweils berühmt waren für die hohe Qualität ihrer Dürer-Holzschnitte. Provenienz: - Sammlung Dr. W. A. Ackermann (1793- 1865), Lübeck und Dresden, Lugt 791. - Sammlung Vincent Mayer (1831-1918), New York und Freiburg im Br., Lugt 2525. - Koller Auktionen, Auktion Nov. 1972 Lot 999. - Privatbesitz Schweiz. CHF 5 000 / 7 000 (€ 5 260 / 7 370) 3613 3614* HANS BURGKMAIR (1473 Augsburg 1531) Adam und Eva. Um 1525. Holzschnitt über acht montierte Bögen auf Bütten wohl ohne Wz. ImDruckstock am unteren Rand mittig monogrammiert: HB. Darunter im Druckstock mit drei-zeiligemText bezeich- net: Und got gesegnet Sy und sprach zu In Seient fruchtbar und meret Euch und erfüllet die erde... 95,9 x 66,3 cm. Gerahmt. Hervorragender, tiefschwarzer und gleichmässiger Druck mit Rand um die Einfassungslinie. Mit kleineren und grös- seren überwiegend hinterlegten Läsuren in den Rändern und innerhalb der Dar- stellung. Die aneinander montierten und sich überlappenden Ränder der einzelnen Bögen teils mit Montierungsband von der Rückseite verstärkt. In den Randbereichen mit einigen restaurierten Wurmlöchlein. Das Papier ist etwas gewellt, partiell leicht gebräunt. Mit Gebrauchs- und Alterungs- spuren. Die Rückseite mit älteren Montie- rungsresten. Trotz der genannten Mängel insgesamt noch gut erhalten und von sehr schönemGesamteindruck. - Von grosser Seltenheit. Der von acht Stöcken gedruckte Riesen- holzschnitt „Adam und Eva“ von Hans Bur- gkmair d. Ä. trug ursprünglich in der Mitte die Jahreszahl 1525 und als Ortsangabe „augspurg“, den Geburts- und Wirkungs- ort des Künstlers. Diese beiden Angaben fehlen in den wohl noch zu Lebzeiten Burgkmairs angefertigten Kopien der Druckstöcke, die sich bis heute erhalten haben und im Kupferstichkabinett in Berlin aufbewahrt werden. Nach dem Sündenfall werden Adam und Eva sich ihrer Nacktheit bewußt und zur Arbeit verurteilt. In Burgkmairs Bild werden mehrere Szenen des Adam- und Eva Zyklus gleichzeitig verarbeitet: Leben im Paradies, Adam als Herrscher über die Tiere, Gott führt Eva mit Adam zusammen, Sündenfall, Entdeckung des Ungehor- sams durch Gott und Vertreibung aus dem Paradies. Die ursprüngliche Version der Darstellung zeigt Evas Scham noch unbedeckt, wie ein höchst seltener Abzug imMetropolitan Museum in New York be- legt. In den kopierten Stöcken, von denen der hier angebotene, ebenfalls äusserst seltene Holzschnitt stammt, ragt dagegen ein verdeckender Ast wie ein Fremdkörper ins Bild. Sowohl die Textpassage aus der Genesis im unteren Bildrand als auch die Unverhülltheit Evas in der ersten Version weisen darauf hin, daß Burgkmairs ur- sprüngliche Intention in der Betonung des paradiesischen Zustandes lag. Erst durch das Einschreiten einer heute nicht mehr bekannten höheren Instanz erfolgte die Veränderung der Komposition. Provenienz: - Antiquariat Hans Marcus, Düsseldorf. - Privatbesitz Niederlande. CHF 10 000 / 15 000 (€ 10 530 / 15 790) Alte Graphik | 222

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