Bücher Mittwoch, 20. März 2024, 14.00 Uhr

| 113 569 Nietzsche, Friedrich, Philosoph (1844-1900). Eigenhändiger Brief mit Unterschrift an Richard Wagner. Basel, 27. Septem- ber 1876. 8°. 3 1/2 S. auf Doppelblatt. Datenbank Nietzsche-Briefwechsel https://ores.klassik-stif- tung.de/ords/f?p=406:2:::::P2_ID:3104 („Verbleib unbekannt“) - KGB 2.5, 190-192 Nr. 556. - Wagner hatte Nietzsche zuvor in einem Schreiben aus Venedig um „zusendung zweier Paar seideneren unterjacke und hosen baseler fabrikant feinste Waare“ nach Bologna gebeten. Der vorliegende Brief war offenbar dieser Wäschesendung beigelegt: „Hochverehrter Freund! Sie haben mir durch den kleinen Auftrag, welchen Sie mir erteilten, Freude gemacht: es erinnert mich an die Trib- schener Zeiten. Ich habe jetzt Zeit, an Vergangenes, Fernes wie Nahes, zu denken, denn ich sitze viel im dunkelen Zimmer, einer Atropin-Kur der Augen wegen [...]. Der Herbst, nach die- sem Sommer ist für mich, und wohl nicht für mich allein, mehr Herbst als ein früherer. Hinter dem grossen Ereignisse liegt ein Streifen schwärzester Melancholie, aus demman sich gewiss nicht schnell genug nach Italien oder ins Schaffen oder in beides retten kann.“ - Etwas gebräunt, schwach feuchtfleckig und mit kl. Einriss imUnterrand. - Provenienz: Schweizer Privatbesitz. CHF 20 000 / 30 000 (€ 21 050 / 31 580) 569 569

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