Decorative Arts Donnerstag, 21. März 2024, 10.00 Uhr, Lot 1001– 1237
| 144 1191 GOLDEMAILDOSE MIT SINGVOGELAUTOMAT, UHR UND KLEINEMWALZENSPIELWERK Genf, um 1810-25. Das Werk Gebrüder Rochat (Rochat Frères, tätig in Genf 1810-1825), Meistermarke IGRC für Rémond Lamy Mercier & Co. Gold guillochiert und mit kobaltblauer, transluzider Emaille überzogen. In Rechteckform, die Ecken gerundet und mit floralen Motiven in graviertemGold und weisser Emaille. Gerahmt von Blattzierfriesen in weisser Emaille und Gold. Aufklappbarer Deckel, in Perlenfries gerahmt. Darunter eine mit Blumen gravier - te und weiss/blauer Emaille-Abdeckung mit den Aufzugslöchern für den Singvogelautomaten sowie ein kleines Walzenspielwerk. Der Deckel mittig mit ovaler, von Perlenfries gerahmter Durchbre - chung, bedeckt von ovalemDeckel mit Emailmalerei, Darstellung eines verliebten Paares. Dieser Deckel öffnet über einen Schie - behebel und gibt den pfeifenden und sich bewegenden Vogel frei. In der aufklappbaren Front eine kleine Uhr mit weissem Emailzif - ferblatt in Perlen gesäumter Lünette, das Werk mit 4/4-Stunden - repetition und Sekundenzeiger. Seitlich ein weiterer aufklappbarer Deckel zur Verwahrung des Aufzugsschlüssels. 8,4 × 6,2 × 2,8 cm. Befestigung der Verbindung Hebehebel des Vogels mit dem Schieber gebrochen. Singvogelwerk klemmt. Uhrwerk zu revidie - ren. Emaillierung mit geringen Fehlstellen. Provenienz: - Galerie Koller Zürich, November 1964, Lot 1328. - Privatbesitz, Schweiz, in obiger Auktion erworben. Vogelautomaten aus Genf gehörten zu den exquisitesten Objekten, die man im 19. Jahrhundert erwerben konnte. Solche juwelenartigen Kreationen sind das Ergebnis einer Kombination aus feinster Goldschmiedearbeit und dem komplexen Mechanis - mus eines Uhrmachers. Sie lassen einen bunt gefiederten Vogel aus einem fein gravierten Goldnest auftauchen und energisch zwitschern während er Schnabel und Flügel bewegt. Sie waren sehr begehrt, über die Grenzen der Schweiz und Europas hinaus bis in den Fernen Osten und nach Nordamerika. Einige der schönsten Exemplare sind in den wichtigsten Muse - en dieses Genres zu sehen, wie demMusée de L‘Horlogerie et de l‘Emaillerie, dem Patek Philippe Museum in Genf und in der Dauerausstellung der Sammlung Edouard und Maurice Sandoz im Musée de l‘Horlogerie du Locle, Schweiz. Das Uhrwerk trägt die FR-Marke, die Meistermarke der berühm - ten Gebrüder Rochat, etablierte Meister der Uhr- und Spielwer - ke für Singvogelautomaten. Bevor sie sich zwischen 1800 und 1835 in Genf selbstständig machten, wurden sie zunächst von ihremVater Pierre in Le Brassus im Kanton Waadt in der Schweiz ausgebildet und waren später als Uhrmacher bei Jaquet-Droz und Leschot angestellt. Die talentierten Brüder François Elisée, Frédéric und Samuel-Henri Rochat gehörten schon bald zur Elite der besten Hersteller von Singvogelautomaten und Automatik - uhren. Das aufwändige und äusserst fein gearbeitete Goldgehäuse mit transluzidem Email und applizierten Perlen (vor allem für den chinesischen Markt) wurde von dem berühmten Goldschmied Jean-Georges Rémond (1752–1830) gefertigt, der ursprünglich aus Hanau stammte und sich einen hervorragenden Namen für exquisite Goldarbeiten für Uhren gemacht hatte, nachdem er 1783 seine erste Firma „Georges Rémond & Cie“ in Genf gegrün -
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