Decorative Arts Donnerstag, 21. März 2024, 10.00 Uhr, Lot 1001– 1237
| 22 Decorative Arts | Antiken, Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan 1024* ANNA SELBDRITT Gotisch, Elsass oder Franken, Mitte 15. Jh. Linde geschnitzt, Verso gehöhlt sowie mit Resten von Fassung. Die stehende Heilige Anna trägt Maria auf ihrem linken und das Christus- kind auf dem rechten Arm. Maria mit offenemHaar in einem gegürteten Gewand sitzend, sie hält in der einen Hand ein Buch, in der anderen eine Birne. Der nackte Jesusknabe sitzend, sein linkes Bein angewinkelt mit der linken Hand am Fuss. H 110 cm. Reste von verschiedenen Fassungen. Hand des Christus- knaben fehlt, ein Finger der Anna fehlt. Grössere Ausbrüche am Sockel. Gewandfalte an der linken Seite unvollständig. Provenienz: - Kunsthandel Fritz Stöcklin Basel, 31. Dezember 1940 (dort Attenschwiler als Ursprung angegeben). - Schloss Marschlins, Graubünden. CHF 9 000 / 14 000 (€ 9 470 / 14 740) 1025 SPÄTRENAISSANCE TÜRMCHENUHR MIT DATUM Süddeutschland, wohl Augsburg, 1. Hälfte 17. Jh. Mes- sing und Bronze graviert mit Blattvoluten sowie vergoldet. Rechteckiges, architektonisches Gehäuse, die Ecken mit kannelierten Dreiviertelsäulen besetzt. Gestufter durchbro- chener Glockenstuhl mit Balustrade, die Ecken mit spitzen Pyramiden geschmückt. Kuppelförmiger Abschluss. Auf profiliertem gestuftem Sockel, ruhend auf liegenden Löwen (später hinzugefügt). Front mit versilbertemZifferring für die römischen Stunden (I-XII), sowie späterem inneren Zifferblatt für die arabischen Stunden (13-24). Darunter ein kleines versilbertes Zifferblatt für die Datumsanzeige. Die Rückseite mit zwei kleinen versilberten Zifferblättern für das Viertelstundenschlagwerk. Eisenwerk mit Spindelgang und Radunruh, Viertelstundenschlagwerk auf zwei Glocken. Die Werksplatinen sowie Federgehäuse in Messing gearbeitet. Gehwerk mit Aufzug mit Darmsaite über Schneckenrad. 32 × 32 × 49 cm. Weckerwerk ausgebaut. Vergoldung und Versilberung teils erneuert, berieben. Reparatur an einemObelisken. Aus- bruch am Sockel. Spätere Zeiger. Werk zu prüfen. Provenienz: - Gemäss mündlicher Überlieferung sowie einem Inventar von 1997 stammt diese Uhr aus der Sammlung Fremers- dorf (bisher nicht bestätigt). - Schweizer Privatbesitz Vgl. zwei imAufbau sehr ähnliche Türmchenuhren, Augs- burg, Anfang 17. Jh. bei: Klaus Maurice. Die deutsche Räderuhr. Band II. München 1976. Nr. 135 und 133. Neben der Form sind die Uhren vor allem in Bezug auf die Balustra- den mit Verwendung von Balustern und spitzen Pyramiden mit unserem Exemplar verwandt. Beide Uhren ruhen auf gestuften, teils profilierten Sockeln, die eine mit kleinen gequetschten Füssen. Die Füsse in Form von liegenden Löwen bei der hier angebotenen Uhr müssen mit grosser Wahrscheinlichkeit als eine spätere Aufwertung betrachtet werden, obwohl Türmchenuhren auf Löwenfiguren durchaus bekannt sind. ImVergleich dazu fallen diese jedoch in den Proportionen als zu gross aus. CHF 15 000 / 20 000 (€ 15 790 / 21 050)
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