Decorative Arts Donnerstag, 21. März 2024, 10.00 Uhr, Lot 1001– 1237
| 30 Decorative Arts | Antiken, Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan 1036 ♣ INTARSIERTER TISCH Indo-portugiesische Arbeit. Goa, 17./18. Jh. Palisander ge- schnitzt sowie reich eingelegt mit teils gefärbtem Elfenbein und Holz in Form von Rollwerk, Grotesken, stilisierten Blüten, Blättern, bekröntemDoppeladler und Löwen. Rechteckiges, leicht überste- hendes Blatt auf gerader vierschübiger Zarge und durch Umlauf- steg verbundenen konischen Beinen, im oberen Drittel geschnitzt in Form von betenden Frauenbüsten mit geschweiftem Schwanz, unten in Form von sitzenden Fantasietieren. 117 × 67 × 84 cm. Hände einer Frauenbüste fehlen, Profilleisten an Beinen unvoll- ständig, Reparaturen und Fehlstellen. Provenienz: Privatsammlung Portugal. Die geschnitzten Figuren auf den Beinen vergleichbar mit jenen des Kabinetts im Kommunalen Museum Fugueira da Foz in Portu- gal, das ins 17. Jh. datiert wird. Ein vergleichbarer Tisch befindet sich in den Beständen des Museum von Pontevedra in Galizien. Vgl. Grace Hardendorff Burr, Hispanic Furniture, New York 1964. S. 48, Abb. 48. Ein nahezu identischer Tisch wurde am 10. April 2014 verkauft bei Christie‘s London, Lot 136. (Art of the Islamic and Indian Worlds Including A Private Collection Donated to Benefit The University of Oxford). CHF 15 000 / 25 000 (€ 15 790 / 26 320) 1037 VARGUEÑO AUF STAND Renaissance, Spanien. Dekor mit maurischem Einfluss, 17. Jh. Nussbaum reich und fein eingelegt mit teils graviertem Bein in Form von geometrischemDekor und Arabesken. Die Frontlade eingelegt mit drei Rundbögen, mittig mit Architekturdarstellung, die flankierenden Bögen mit Blumenvasen, eingefasst von geo- metrischen Friesen und arabesken Ranken. Aufklappbarer Deckel öffnend auf Fach sowie abklappbare Lade vor zehn Schubladen und zwei Türen. Das Innenleben entsprechend dem äusserem eingelegt. Eisenschloss und Bronzebeschläge. Auf Stand mit sechs tordierten Säulen auf Jochfüssen verbunden durch ausge- schnittenen Steg. 1 Schlüssel. 89 × 55 (106) × 138,5 cm. Frontlade leicht verzogen. Grössere Fehlstelle auf der rechten Seite. Gebrauchsspuren. Fehlstellen und kleinere Reparaturen an Intarsien. Der Stand ergänzt. Provenienz: Westschweizer Privatbesitz aus demChâteau de Courtaney à Avry, Fribourg. Erwähnt in einem Inventar vomMärz 1974. Unter Vargueño bezeichnet man ein spanisches Möbelstück des 15. Jhs. maurischen oder arabischen Ursprungs. Es besteht aus einer hölzernen Truhe mit herunterklappbarer Lade. Das Innenle- ben der Truhe ist mit einer Vielzahl von Schubladen und Fächern versehen, in denen ursprünglich Preziosen und Dokumente verwahrt wurden. Die Schubladenfronten sind oft mit Elfenbein-, Silber- oder Goldeinlagen versehen. Der Sockel besteht entweder aus einer weiteren Truhe oder einemGestell aus Balusterbeinen, die von kunstvollen Arkaden nach französischen und italienischen Vorbildern der Renaissance überspannt werden. Das Dekor der Einlegearbeiten orientiert sich am vorherrschenden Mudéjarstil der iberischen Halbinsel, welcher maurische und kontinentaleuro- päische Formensprache vermischt. Vgl. Monique Riccardi-Cubitt, The art of the cabinet, London, 1992, S. 37 mit Abb. eines sehr ähnlichen portugiesischen Vargueño im ‘plateresken Stil’, Ende 16. Jh. CHF 5 000 / 7 000 (€ 5 260 / 7 370)
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