Decorative Arts Donnerstag, 21. März 2024, 10.00 Uhr, Lot 1001– 1237

| 47 ging de Lamerie bei dem hugenottischen Londoner Goldschmied Pierre Platel (1659–1739) in die Lehre und eröffnete 1713 seine eigene Werkstatt. Zu diesemZeitpunkt liess er seine erste von fünf über die Jahre hinweg verwendeten Meistermarken bei der Goldsmith’s Hall registrieren. Die auf der repräsentativen Schau- platte geschlagene Marke, die Lamerie in den Jahren 1716–1720 nutzte, unterscheidet sich in ihrer formalen Gestaltung nur marginal von dieser ersten und fand aufgrund der unzulässigen fehlenden Registrierung in der Goldsmiths’ Hall zunächst keinen Eingang in die Forschungsliteratur (siehe Arthur G. Grimwade: London Goldsmiths 1697–1837. Their marks and lives. London 1976 sowie Auss.-Kat. Paul de Lamerie. At the Sign of the Golden Ball, Goldsmiths’ Hall London 1990, London 1990, S. 29). Wie nahezu alle Gravuren auf Silber ist auch jene auf der grossen repräsentativen Schauplatte nicht signiert und jeder Versuch der Zuschreibung kann nur spekulativ erfolgen. Es besteht jedoch eine eindeutige Nähe zu Arbeiten von WilliamHogarth und Ellis Gamble, die beide Gravuren auf Silberobjekten für Paul de Lame- rie entworfen und ausführten (vgl. etwa Charles Oman: „English Engravers on Plate“, in: Apollo 1957, S. 286–289). Auch wenn sich anhand erhaltener Dokumente eine offizielle Kooperation von Lamerie und Gamble nur für die Jahre 1723–1728 nachweisen lässt, ist eine frühere Kooperation durchaus denkbar. Wir danken Prof. Dr. Peter Kurrild-Klitgaard, Generalsekretär der Académie international d’heraldique, für die Unterstützung bei der Identifikation des Wappens. CHF 8 000 / 12 000 (€ 8 420 / 12 630)

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