Decorative Arts Donnerstag, 21. März 2024, 10.00 Uhr, Lot 1001– 1237

| 72 Decorative Arts | Antiken, Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan 1088 FAYENCE SOUPIÈRE Niderviller, Manufaktur Beyerle, um 1760-70. Oval, geschweifte Formmit modellierten Rocaillekonturen gehöht in Purpur, seitliche Adlerköpfe als Handhaben und ein Artischokenknauf. Bemalt mit Rosendekor. Ohne Marke. L 40 cm, H 22 cm. Bestossungen und Restaurierung am Knauf. Provenienz: Privatsammlung, Genf. CHF 1 500 / 2 500 (€ 1 580 / 2 630) 1089 „OSMANISCHE” KANNE Meissen, Marcolini Periode um 1780–1815. Mit bronze- montierten Deckel, bemalt mit Blumenbouquets und mit grünen Mosaikbändern. Unterglasurblaue Schwerter mit Stern und Beizeichen. H 29 cm. Die für europäische Sehgewohnheiten ungewöhnliche Kannenform nimmt Bezug einerseits auf frühe ostasia- tische Porzellan-Weinkannen aus der Ming Dynastie und andererseits auf die osmanischen Rosenwasserkannen. Die Europäer entwickelten schon seit dem 15. und 16. Jh ein Interesse an exotischen Moden und im 18. und 19. Jh. eine besondere Leidenschaft für den osmanischen Stil. Mit dem steigenden Handelsaustausch zwischen den Ländern, fand auch der orientalische Stil Einzug in das Meissener Formenrepertoir, wie auch Koppchen, die seit 1727 durch den griechischen Händler Manasses Athanas an den osmanischen Hof in Konstantinopel gelangten. Eine in Form vergleichbare Kanne mit ihrem Bassin aus der Wiener Manufaktur Du Paquier zusammen mit weite- ren Porzellanen aus der Wiener Manufaktur, wurden 1735 an den türkischen Grosswesir und weiteren osmani- schen Würdenträgern geliefert, die Kanne ist bis heute in der Sammlung des Topkapi Sarayi verblieben (H. Williams, Turquerie, London 2014, S.190-192). CHF 2 000 / 2 500 (€ 2 110 / 2 630)

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