POSTWAR & CONTEMPORARY 20. JUNI 2024

3470 DAN FLAVIN (1933 New York City 1996) Entwurf einer Beleuchtung der Fussgänger-Unterführung Intercontinental und Rathaus in Hannover. 1970. Farbtinte auf dünnem Papier. Unten rechts signiert, betitelt, datiert sowie mit Installations- angaben: Dan Flavin Oktober 1970 Entwurf einer Beleuchtung der Fussgänger-Unterführung Intercontinental und Rathaus in Hannover [...]. Verso zweifach signiert: DAN FLAVIN. 70,5 × 97,5 cm. Provenienz: - Auktion Sotheby's, Nachverkauf, Los 486. - Privatsammlung Schweiz, bei obigem Auktionshaus erworben. Der amerikanische Lichtkünstler Dan Flavin verkörpert mit seiner Aussage "it is what it is and it ain't nothing else" die Quintessenz der minimalistischen Philosophie und hebt damit die reine unge- schminkte Wirklichkeit seiner Kunstwerke hervor. Mit der Mon- tage einer handelsüblichen Leuchtstoffröhre in einem 45-Grad- Winkel an der Wand seines Ateliers definiert der Autodidakt und radikale Vertreter der Minimal Art 1963 die Kunst neu. Diese Akti- on, die den Beginn der Integration kommerzieller Produkte in die Kunst markiert, spiegelt die Prinzipien der Serialität, Reduktion und Sachlichkeit wider. Flavin nutzt ausschliesslich seriell gefer- tigte Leuchtstoffröhren in handelsüblichen Farben und Längen, um ausgedehnte Installationen zu schaffen, die den Raum trans- formieren und die Betrachter in ein sinnliches, fast spirituelles Erlebnis eintauchen lassen. Seine Werke, die sich durch eine mi- nimalistische Materialwahl auszeichnen, entfalten eine maximale Ausdruckskraft und betonen sowohl die Einfachheit als auch eine tiefe emotionale Resonanz. In den 1960er und 1970er Jahren ent- wickelt Flavin noch Entwurfsskizzen, doch später schöpft er aus einem bestehenden Fundus an Konzepten, wodurch Skizzen über- flüssig werden. CHF 12 000/18 000 (€ 12 240/18 370) 76

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