GEMÄLDE DES 19. JAHRHUNDERTS 20. SEPTEMBER 2024

3250 RUDOLF ERNST (Wien 1854–1932 Paris) Porträt einer Orientalin. Öl auf Leinwand. Unten links signiert: R. Ernst. 73,2 × 59,8 cm. Gutachten: Lynne Thornton, 21.3.1983. Provenienz: Schweizer Privatbesitz. Dieses reizvolle Bildnis einer Orientalin von Rudolf Ernst zeigt uns eine selbstbewusste junge Frau, die in ihrer Hand einen Spiegel hält und verträumt in diesen hineinblickt. Schönheit und Selbstreflexion – zwei zentrale Themen dieses Gemäldes – tauchen im Gesamtwerk von Rudolf Ernst regelmässig auf und so verwundert es nicht, dass die schöne Orientalin vor dem Spiegel eines der Lieblingsmo- tive des Malers war. Typisch für Ernst ist auch die juwelenhafte Farbigkeit des Gemäldes und der Fokus auf die exotische Ornamentik des nordafrikanischen Gewandes der Dargestellten sowie de- ren Schmuck. Die Vorlage dafür könnten Skizzen und Sou- venirs gewesen sein, die Ernst von seinen ausgedehnten Reisen in den Orient mit nach Europa brachte. Ab den 1880er-Jahren reiste Rudolf Ernst durch Spanien, Marokko, Tunesien, Ägypten und die Türkei und konnte dort viele Eindrücke sammeln, die ihn dann zu seinen ori- entalistischen Gemälden inspirierten. Auf diesen Reisen schoss der passionierte Amateurfotograf Ernst auch zahl- reiche Fotos, die er zusätzlich in seiner Malerei verwerten konnte. Das hier angebotene Werk des in Österreich geborenen Orientalisten, der sich um 1900 in Paris niederliess, be- sticht durch seine Sinnlichkeit und ist charakteristisch für die Malerei des bereits zu Lebzeiten gefeierten Rudolf Ernst. Der reizvolle, islamisch anmutende Rahmen des Ge- mäldes fasst das Bildnis der schönen Orientalin passend ein und verleiht dem Werk zusätzlichen Charme. Wir danken Frau Dr. Emily Weeks für die wissenschaftliche Unterstützung bei der Katalogisierung dieses Gemäldes (schriftliche Analyse, Juli 2024). CHF 22 000/28 000 (€ 23 160/29 470) 172

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