GEMÄLDE ALTER MEISTER 20. SEPTEMBER 2024
3022 ABRAHAM GOVAERTS (1589 Antwerpen 1626) Venus betrauert Adonis in einer Waldlandschaft. 1618. Öl auf Kupfer. Unten rechts signiert und datiert: AGOUAERTS 1618. 28,6 × 43,5 cm. Provenienz: - Sammlung Dr. Adolf Hommel, Zürich, bis 1909. - Auktion J. M. Heberle (H. Lempertz Söhne), Köln, 19.–20.8.1909, Los 53. - Schweizer Privatbesitz. Literatur: - Isabelle Errera: Répertoire des peintures datées, Brüssel 1920, S. 168. - Ulrich Thieme und Felix Becker: Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, Bd. 14, Leipzig 1921, S. 451. - Kathleen Borms: Abraham Govaerts (1589-1626) zijn leven en artistieke bedrijvigheid, Bijdrage tot de studie van de vroegzeventiende-eeuwse Antwerpse landschap- schilderkunst, unveröffentlichte Licentiaatsverhandeling, Katholische Universität Leunven 1988, Nr. G 23. - Ursula Härting und Kathleen Borms: Abraham Govaerts. Der Waldmaler (1589–1626), Wommelgem 2003, Kat.-Nr. 14, S. 33, 82. Das hier vorliegende Gemälde stellt eine bekannte Erzäh- lung aus Ovids Metamorphosen dar (X, 708–728). In einer dichten Waldlandschaft betrauert Venus den soeben ver- storbenen Adonis, der während einer Jagd auf einen Eber von dessen Stosszähnen tödlich verwundet wurde. Venus sitzt in ihrem von Tauben gezogenen Wagen und trauert um ihren gefallenen Geliebten. Im Hintergrund wird der ebenfalls verwundete Eber von Adonis' Hunden in den Wald gejagt. Links erstreckt sich ein tiefer gelegener Fluss- lauf bis zu einem entfernten Dorf. Die ruhige Dorfansicht dient als Kontrast zur dramatischen Szene in der rechten Bildhälfte und mildert diese etwas ab. Während die Wald- landschaft mit dem beschnittenen oberen Rand typisch für Govaerts ist, stammen die Figuren aus der Hand eines anderen Künstlers. Womöglich könnte es sich hierbei um eine frühe Zusammenarbeit mit Frans Francken d. J. (1581– 1642) handeln. CHF 20 000/30 000 (€ 21 050/31 580) 43
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