GEMÄLDE ALTER MEISTER 20. SEPTEMBER 2024

3035* ESAIAS VAN DE VELDE d. Ä. (Amsterdam um 1587–1630 Den Haag) Reiter in einer Ruinenlandschaft. 1624. Öl auf Holz. Unten links signiert und datiert: E. V. VELDE. 1624. D 13,8 cm (rund). Provenienz: - Sammlung Dr. Gassmann, München. - Sammlung Osip Emmanuilovich Braz (1873–1963) (verso be- zeichnet БРАЗ 2/23). - Auktion Helbing München, 22.-23.6.1932, Los 461. - Privatsammlung Stuttgart. - Auktion Nagel, Stuttgart, 19.9.2002, Los 905. - Kunsthandel Salomon Lilian, Genf, 2003. - Europäische Sammlung. Literatur: - George S. Keyes: Esaias van de Velde 1587–1630, Doornspijk 1984, S. 183, Nr. X. - Salomon Lilian: Old masters, Amsterdam 2003, S. 72–73. Mit diesem kleinen Tondo gelingt es Esaias van de Velde d. Ä. den Betrachter in eine sehr reizvolle Landschaft miteinzubezie- hen. Im Vordergrund findet sich ein Reiter mit Umhang und Hut im Schritttempo, der durch seine Rückenansicht den Blick des Be- trachters in die Landschaft einführt. Auf der linken Seite tritt eine Person vor die Pforte einer verfallenen Festung, eine Ruine, die von Pflanzen überwuchert ist. Dieses Werk zeichnet sich durch die Feinheit aus, mit der Esai- as van de Velde die Details wiedergegeben hat. Die drei Vögel links sind mit feinen Pinselstrichen gemalt. Die am Horizont um- herschweifenden Figuren sowie die Vogelschwärme, die in den dämmrigen Himmel fliegen, werden mit wenigen Strichen verdeut- licht. Die Schrift seiner Signatur, die auf ein Stück Holz im Vorder- grund angebracht wurde, ist haarbreit. Esaias van de Velde war ein produktiver und von seiner Zeit geschätz- ter Maler, Zeichner und Radierer, der zwischen 1610 und 1630 in Haarlem und Den Haag, tätig war. Schon früh spezialisierte er sich auf die Darstellung von Landschaften. Dabei handelt es sich um eine Gattung, die bis dahin noch amAnfang ihrer Blüte war und von der ei- nige Kleinformate, wie unser Gemälde, erhalten sind. Er war der Leh- rer einer ganzen Generation niederländischer Künstler in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts, wie Pieter de Neyn (1597–1639) und Jan van Goyen (1596–1656, siehe Los 3024, 3041, 3061, 3070 und 3073). Das hier angebotene Gemälde ist im RKD, Den Haag, archiviert. CHF 25 000/35 000 (€ 26 320/36 840) 63

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