GEMÄLDE ALTER MEISTER 20. SEPTEMBER 2024
3055 NICOLAES VAN VERENDAEL (1640 Antwerpen 1691) Blumenstrauss in einer Glasvase mit Schmetterling, Raupe und Schnecke. Öl auf Kupfer. 41,5 × 31,5 cm. Provenienz: - Kunsthandel, Leggatt Brothers, London. - Europäische Privatsammlung. Dieses herausragende Gemälde von Nicolaes van Veren- dael ist von aussergewöhnlicher und brillanter Qualität. Es zeigt einen üppigen Strauss bunter Blumen in einer Steinnische. Die detaillierte Wiedergabe der Blumenarten ermöglicht ihre Identifizierung. So lassen sich eine Nelke, einige rosa Rosen, eine Pfingstrose und mehrere blaue Windengewächse, die wahrscheinlich mit dem kostbaren Lapislazuli gemalt sind, erkennen. Alle diese Arten waren kostbare Blumen, die zu jener Zeit in Flandern und den Nie- derlanden gesammelt und gehandelt wurden. Das kleine Format des Kunstwerkes ermöglicht es Kunst- liebhabern, dieses in den Händen zu halten und die fein gemalten Details, wie z. B. die Struktur der Blumenblätter oder die Schmetterlingsflügel genau zu betrachten. Viele Pflanzenarten sind in verschiedenen Stadien ihrer Blüte dargestellt, vom Aufbrechen der Knospen bis hin zu den verwelkten Blütenblättern und stellen so eine Verbindung zwischen den verschiedenen Lebensphasen bis zum Tod her, ein gängiges Thema in der niederländischen Stilleben- malerei des 17. Jahrhunderts. Die transparente Vase, die den Blick auf die Blumenstän- gel freigibt, zeigt die virtuose Hand von Verendael, der die Materialität des Glases meisterhaft wiedergibt. Er hat so- gar die Spiegelung des Fensters aufgegriffen, das sich im selben Raum wie die Nische befindet, als ob der Künstler einen echten Blumenstrauss vor Augen hat, den er in sei- nem Atelier studiert. Dieses Gemälde stellt jedoch Blumen dar, die nicht zu denselben Jahreszeiten blühen und bestä- tigt damit die künstlerische Komposition der naturgetreu dargestellten Natur, die der flämische Maler durch seine Kunst veredeln konnte. Nicolaes van Verendael wurde 1640 geboren und ist in den Jahren 1656–57 in der St. Lukas-Gilde in Antwerpen ver- zeichnet. Er begründete seine Karriere in seiner Geburts- stadt Antwerpen, die ein wichtiges künstlerisches Zentrum für Stilllebenmaler war. Die regelmässige Erwähnung von Gemälden seiner Hand in den Antwerpener Inventaren zeugt von seiner Popularität zu seinen Lebzeiten. Dr. Fred G. Meijer bestätigt die Eigenhändigkeit anhand einer Fotografie, wofür ihm danken. Er bezeichnet die Ar- beit als ein exzellentes Beispiel von Nicolaes van Verendael und datiert es in die erste Hälfte der 1670er-Jahre. CHF 70 000/100 000 (€ 73 680/105 260) Altmeistergemälde des Goldenen Zeitalters aus einer bedeutenden Privatsammlung (Lose 3055–3073) 86
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