SCHWEIZER KUNST AUKTION 29. NOVEMBER 2024

3045 RENÉ AUBERJONOIS (1872 Lausanne 1957) Nature morte en bleu et rouge. 1907. Öl auf Karton. Unten links signiert und datiert: René A. 07. 29 × 24,5 cm. Provenienz: - Auktion Störi, Zürich, 30.3.1928, Nr. 6. - Schweizer Privatsammlung, an obiger Auktion erworben. - Durch Erbfolge an heutige Besitzer. Ausstellung: Basel 1908, Nationale Kunstausstellung der Schweiz, Kunst- halle und Stadtkasino Basel, 6.8.–27.9.1908. Nr. 15 oder 16, als "nat. morte en bleu et rouge" (verso mit Etikett). Literatur: - Hans Trog: Von der nationalen Kunstausstellung in Basel II, in: Neue Zürcher Zeitung, Nr. 232, 21.8.1908. - Hugo Wagner: René Auberjonois. L'œuvre peint, Lausanne 1987, S. 324, Nr. 93 (mit Abb.). Dieses Gemälde von René Aubejonois stammte aus der Zeit, die der Maler in Jouxtens verbrachte. Heirat und Geburt zwei- er Söhne hinderten den Künstler daran nach Paris zu reisen. Auberjonois, der weder in Jouxtens noch in LausanneModel- le fand, war frustriert und wurde gezwungen, immer wieder Stillleben zu malen. Das Gemälde ist aus den drei Grundfar- ben Rot, Gelb und Blau aufgebaut. Das Rot der Fuchsien, das intensive Gelb der rechteckigen Schachtel und das dunkle Blau der Vase vereinen sich zu einem mächtigen „Akkord“, wie Hans Trog bereits 1908 in der NZZ vermerkte. Die domi- nierenden Farben werden durch das frische Grün der Blu- menblätter und das Weiss des Tischtuchs ergänzt. Um 1907 passt Auberjonois, inspiriert von Cuno Amiets Mo- nogramm, das A seines eigenen Namenkürzels dem runden A seines neuen Freundes und Vorbilds an. René Aubejonois lernte Amiet und dessen Jugendfreund Giovanni Giacometti 1906 in Bern kennen und war von deren „künstlerischen Aus- druckmitteln“ fasziniert. Er begann die Technik der Neoim- pressionisten zu übernehmen und seiner Farbpalette einen helleren und pastellartigen Charakter zu geben CHF 4 000/6 000 (€ 4 210/6 320) 61

RkJQdWJsaXNoZXIy MTU2