GRAFIK & MULTIPLES AUKTION 28. NOVEMBER 2024
3628 JOAN MIRÓ (Montroig 1893–1983 Palma de Mallorca) Aus: Ubu aux Baléares. 1971. Farblithografie. 86/120. Unten rechts mit Bleistift signiert: Miró. Darstellung 44,7 × 54,3 auf Vélin von Arches (mit dem Wasserzeichen) 48,2 × 65,8 cm. Erschienen bei Tériade éditeur, Paris. Gedruckt bei Mourlot imprimeur, Paris. Aus dem 23-teiligen gleichnamigen Album. Werkverzeichnis: Miró, Lithographe IV, Nr. 768. CHF 1 000/1 600 (€ 1 050/1 680) 3629 PAUL KLEE (Münchenbuchsee 1879–1940 Muralto) Seiltänzer. 1923. Farblithografie. Aus einer Auflage von 220 der Gesamtau- flage von 300. Unten rechts mit Bleistift signiert: Klee, sowie unten links datiert und mit der Werknummer: 1923 138. Darstellung 44 × 26,7 cm auf Büttenpapier von BSB (mit den 2 Wasserzeichen) 52,2 × 37,9 cm. Erschienen beim Verlag der Marées-Gesellschaft, R. Piper & Co. (mit dem Blindstempel), München. Gedruckt bei Staatliches Bauhaus, Weimar. Aus der Mappe "Kunst der Gegenwart". Werkverzeichnis: Kornfeld, Nr. 95.IV.c. Eine der bekanntesten grafischen Arbeiten von Paul Klee ist "Seiltänzer" aus dem Jahr 1923. Diese Arbeit erschien in der Mappe "Kunst der Gegenwart" zusammen mit ande- ren Druckgrafiken von verschiedenen Künstlern. In dieser Phase seines Schaffens arbeitet Klee häufig mit einfachen, geometrischen Formen, die er zu komplexen Figuren zu- sammensetzt. In "Seiltänzer" ist die Figur stark abstrahiert und besteht aus geometrischen Elementen, die dem Akt des Balancierens und der Instabilität kunstvoll zum Aus- druck bringen. Der Künstler verwendet hier nur einen farbigen Tonstein, wobei in der Bildmitte ein konstruktives Balkenkreuz freige- lassen wird, das die Grundfläche sowohl vertikal als auch horizontal definiert. Dieses statische Element legt zugleich die Koordinaten eines imaginären Raumes fest, in dem das lineare Gerüst und der Seiltänzer, in Schwarz gedruckt, zu schweben scheinen. Durch die Wahl eines hellrosa Farb- tons schafft Klee eine Komposition, die sowohl künstleri- sche Leichtigkeit als auch eine tiefgründige Auseinander- setzung mit dem Thema Gleichgewicht vermittelt. Das Spiel mit Formen und Linien suggeriert gleichzeitig eine physische wie metaphorische Balance. Der Seiltänzer könnte als Allegorie des Lebens verstanden werden: die Unsicherheit, das ständige Streben nach Balance und die Notwendigkeit, in der Bewegung Stabilität zu finden. Nicht zuletzt in Fragen der Liebe – der "Seiltänzer" schwebt über dem angedeuteten Profil einer jungen Frau. CHF 18 000/28 000 (€ 18 950/29 470) 20
RkJQdWJsaXNoZXIy MTU2