GEMÄLDE DES 19. JAHRHUNDERTS 28. MÄRZ 2025
3228* ADOLF SCHREYER (Frankfurt a. M. 1828–1899 Kronberg) Arabische Reiter vor einer Stadt. Öl auf Leinwand. Unten rechts signiert: ad. Schreyer. 47 × 83 cm. Provenienz: - Galerie M. Goldschmidt & Co., Frankfurt a. M. (verso mit Etikett). - Galerie Bühler, München. - Deutsche Privatsammlung. - Auktion Sotheby's, London, 12.10.2000, Los 42. - Europäische Privatsammlung. Adolf Schreyer zählt neben Rudolf Ernst (1854–1932) und Lud- wig Deutsch (1855–1935) zu den bedeutendsten Orientmalern im deutschsprachigen Raum des 19. Jahrhunderts. Nach seinem Studium am Städelsches Kunstinstitut in Frankfurt am Main und an den Akademien in München, Stuttgart und Düsseldorf nahm er Mitte der 1850er-Jahre als Freiwilliger der österreichischen Armee am Krimkrieg teil und entwickelte daraufhin insbesondere ein Inte- resse an der Darstellung von Kavallerie. Auf seinen ausgedehnten Reisen nach Nordafrika und in den Na- hen Osten kam er mit zahlreichen arabischen Stämmen in Kontakt. Schnell entwickelte er eine Faszination für deren Kultur, ihre Klei- dung und die exotische Landschaft, die er dort vorfand. In dem vorliegenden Gemälde - wie auch bei Los 3229 dieser Auktion - wird deutlich, wie gekonnt Schreyer die arabischen Krieger, deren Pferde und die unwirtlichen Steinwüsten des Orients in seinen Gemälden darzustellen vermochte. Insbesondere die Art, in der Schreyer mit dynamischem Pinselstrich die Pferde in den vorlie- genden Werken malt, zeigt, dass es ihm die kraftvolle und majestä- tische Natur dieser Tiere besonders angetan hat. Ab 1863 liess sich Schreyer in Paris nieder, wo seine Bilder grosse Bewunderung erfuhren und mit Werken der französischen Meister Eugène Delacroix (1798–1863) und Eugène Fromentin (1820–1876) verglichen wurden. Später begab er sich in seine Heimat zurück und erwarb ein Haus in Kronberg im Taunus. Heute sind seine Gemälde in den Sammlungen weltbekannter Museen zu finden, so im Städel Museum in Frankfurt am Main, in der Kunsthalle Hamburg sowie im Metropolitan Museum of Art in New York City, das zwei vergleichbare Werke besitzt (Inv.-Nr. 94.24.2 und 87.15.127). CHF 10 000/15 000 (€ 10 640/15 960) 144
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