GEMÄLDE ALTER MEISTER 28. MÄRZ 2025

3049* ROELOF KOETS d. Ä. (um 1592 Haarlem 1655) Bankett-Stillleben. Öl auf Holz. 83 × 115 cm. Provenienz: - Privatsammlung, Schweden. - Auktion Bukowski’s, Stockholm, 5.11.1975, Los 33. - Kunsthandel Richard Green, London, 1976 – 1980. - Europäische Sammlung. Literatur: Nicolaas R.A. Vroom: A Modest Message as Intimated by the Painters of the 'Monochrome Banketje', Schiedam/Nürn- berg 1980, Bd. I, S. 144, Abb. 192 und Bd. II, S. 47, Nr. 215 (als Cornelis Cruys und fälschlicherweise auf Leinwand). Dieses üppige Bankett-Stillleben zeigt einen reich gedeckten Tisch. Roelof Koets d. Ä. präsentiert uns hier viele Köstlichkeiten, wie Trauben, Pfirsiche und Schinken und platziert gleichzeitig teures Geschirr wie den Silberbecher, die Wanli-Porzellanschale sowie den goldenen Becherhalter inmitten dieser Speisen. Niederländische Betrachter des 17. Jahrhunderts bezeichneten solche aufwendigen Präsentationen von Lebensmitteln und Geschirr als "banket" (Bankettstück) und einfachere Stücke als "ontbijtje" (Früh- stücksstück). Obwohl der Eindruck entsteht, dass die Tischgäste gerade gegangen sind, stellen diese Tischstillleben keine Beschrei- bungen von tatsächlichen Mahlzeiten dar. Dies zeigt sich beispielhaft in dem hier angebotenen Stillleben, in welchem der Künstler Lebens- mittel aus verschiedenen Jahreszeiten in einer Komposition zusam- menstellt, um seine technische Virtuosität zum Ausdruck zu bringen. Das bekannte Oeuvre von Roelof Koets, das nicht mehr als etwa zwanzig Gemälde umfasst, besteht zu einem grossen Teil aus Bankettstücken, wie unser Gemälde. Ein sehr frühes Beispiel von 1625 ist noch inspiriert von Floris van Dijck (um 1575–1651), einem Haarlemer Pionier des Genres. Alle anderen sind jedoch später entstanden und lehnen sich eng an Pieter Claesz an, mit dem Koets gelegentlich zusammengearbeitet hat. Diemeisten dieser Werke sind unsigniert. Die Trauben und Reben, die ein luftiges Blätterdach bilden und auch in unserem Werk zu sehen sind, sind als sein Markenzei- chen zu deuten. Dr. Fred G. Meijer bestätigt die Eingenhändigkeit anhand einer Fo- tografie, wofür wir ihm danken. CHF 15 000/20 000 (€ 15 960/21 280) 68

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