BÜCHER & AUTOGRAPHEN 26. MÄRZ 2025

4513 Bullinger, Heinrich. Tigurinerchronik [Von den Tigurineren und der Statt Zürich sa- chen VI. Bücher]. Teile I und II (von 4). Abschrift durch den Pfarrer Johann Conrad Bosshardt. Deutsche Handschrift auf Papier. Der zweite Teil datiert: 1652. Folio (32,5 × 20,5 cm). [1] Bl., 614 gez. S., [1] Bl., 541 gez. S. Pergamentband d. Z. unter Verwendung einer alten Handschrift (bestossen, Gelenke eingerissen, Kapitale und Kanten mit schwarzem Leinen verstärkt). Saubere, gleichmässige Kursive. - Die Tigurinerchronik ist das letzte Werk des Zürcher Reformators Heinrich Bullinger (1504- 1575). Die in den Jahren 1572-74 entstandene monumentale Chronik ist bis vor wenigen Jahren ungedruckt geblieben und hat sich über die Jahrhunderte nur in der Handschrift Bullingers und vielen Abschriften erhalten. Die ersten beiden, hier vorliegenden Teile behandeln die Geschichte Zürichs von seiner Gründung, die Bullinger weit in vorchristliche Zeit verlegt, bis 1516. Die beiden letzten Teile, die hier fehlen, sind weitgehend identisch mit der früher entstandenen Reformationsgeschichte und behandeln die Zeit bis nach dem zweiten Kappelerkrieg (1532). Bullinger hat vermutlich an eine Veröffentlichung gedacht, aber die Erlaubnis dazu von der Zürcher Regierung nicht erhalten. Der scharfe Anti- papismus hätte die Beziehung zur katholischen Schweiz gestört. Doch innerhalb des protestantischen Bereichs wurde die Chronik zu einer beliebten Lektüre, von der sich zahlreiche Handschriften erhalten haben. - Ein Gesamttitel fehlt, nur der zweite Teil hat ein Titelblatt. - Wenig gebräunt und randfleckig. - Provenienz: Laut hs. Notiz auf dem vorderen Innendeckel erwarben die Pfarrer Mattis und Ulrich Wisendanger das vorliegende Manuskript von den Erben Bosshardts im Jahre 1686. - Schweizer Privatbesitz. CHF 1 000 / 1 500 (€ 1 060 / 1 600) 4512 4513 139

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