BÜCHER & AUTOGRAPHEN 26. MÄRZ 2025

4152 ZOOLOGIE - Merian, Maria Sibylla. Der Raupen wunderbare Verwandelung, und sonderbare Blumen- nahrung. 2 Bände. Mit 2 gest. Titeln und 100 Kupfertafeln. Nürn- berg, Johann Andreas Graff, 1679; Frankfurt a. M. und Leipzig, David Funk, 1683. Kl.-4° (20,5 × 16,8 cm). [3] Bll., 102 S., [4] Bll.; [3] Bll., 100 S., [2] Bll. Pappbände um 1820 mit goldgepr. Rückentiteln und etwas Rückenvergoldung (Gelenke mit kl. Absplitterungen im Bezug). Zusammen in moderner Leinenkassette mit goldgepr. Rücken- und Deckeltitel. VD17 23:292909S und 12:651546Q - Nissen BBI 1342 - Horn/ Schenkling 14990 - Wettengl, Ausstellungskat. Merian 66. - Erste Ausgabe, ein dritter Band erschien erst 1717 postum. - Die glei- chermassen naturwissenschaftlich wie künstlerisch grossartien Kupfertafeln zeigen einheimische Schmetterlinge in allen Ent- wicklungsstadien auf blühenden Pflanzen und Früchten, zumeist in Lebensgrösse, ergänzt um einige verkleinerte Pflanzen, die diesen durch die gezielte Ablage der Eier als Lebensgrundlage dienen. Die Beziehung zwischen den einzelnen Raupenarten und ihren Futterpflanzen werden durch Merian anhand von Bissstel- len in den Blättern geschickt illustriert. Im Gegensatz zu ihren bisherigen, rein künstlerischen Blumenbildern, die sie mit Vögeln, Echsen und Insekten anreichterte, stellen die vorliegenden Illust- rationen eine neuartige Sichtweise mit Bezug zur realen Darstel- lungsform dar. Im Vergleich zu den früheren Tafeln "verstärkt sich gelegentlich der barocke Schwung in den Pflanzendarstellungen" (Pfister-Burkhalter 1980, S. 39). Das vorliegende Werk ist das beste Zeugnis ihrer immensen systematischen Pionierleistung in der Darstellung von Pflanzen und Tieren. Nicht zuletzt die Tatsache, dass insgesamt zwei Käfer, neun Schmetterlinge und sechs Pflanzen nach Maria Sibylla Merian benannt wurden, erhellt ihre Bedeutung als wichtige Wegbereiterin der modernen Insektenkunde. Das Frontispiz mit einer allegorischen Szene, das Portrait der Autorin, die Titel kalligraphisch gestaltet mit floraler und figürlicher Gestaltung, wie die Tafeln unkoloriert. "The work was published uncoloured as appears from the introduction to Part II, but upon request from the buyer Madam Merian would co- lour the copy". (L.). - Gleichmässig gering gebräuntes, sehr gutes Exemplar. - Provenienz: Gelöschte Bibliotheksstempel auf Titeln verso. Auf dem hinteren Spiegel beider Bände jeweils ein Stempel des Antiquariats Heinrich Rosenberg und der handschriftliche Vermerk: "Dieses Buch wurde laut der mir vorliegenden Bestäti- gung des ehemaligen Bibliotheksdirektors im Jahre 1921 aus der Herzogl. Meiningischen Bibliothek verkauft. Berlin, 28.3.[19]28." - Schweizer Privatbesitz. CHF 20 000 / 30 000 (€ 21 280 / 31 910) 92

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