DECORATIVE ARTS 27. MÄRZ 2025
1028 KLEINE ENGELSFIGUR MIT KARDINALWAPPEN Burgund, 16. Jh. Kupfer vergoldet. Knieender, geflügelter und drapierter Engel, der ein Wappen hält. Der Engel wohl ehem. Basiselement eines Reliquiars. Breite, ovale Ringbasis und Bügelring. Das Wappen mit transluzidem Grubenschmelz in Blau und Grün auf Silber- fond. Das Wappen zeigt ein Kardinalshut über drei nach unten gerichteten Tuch- oder Schafscheren. Auf Plexiglas-Sockel. H ohne Sockel 7,3 cm. Provenienz: - der Überlieferung nach Blumka Gallery, New York. - Ellin Mitchell, Works of Art, New York. - Schweizer Privatbesitz, 1988, von obiger Händlerin erworben. Ausstellungen: Galerie Le Point, Ausstellung "Engel sind überall", Credit Suisse, Paradeplatz, 1999/2000, Kat. Nr. 12. Literatur: Gaudenz Freuler et al.: Engel sind überall. Ausstellungskatalog. Galerie Le Point, Zürich 1999/2000, Kat. Nr. 12. Perforationen am Bügelring und an der ovalen Basis. Vergoldung wenig berieben. Montierung für das Wappen verbogen. Ring und Wappen aus der gleichen Zeit, wohl aber im 19. Jh. zu- sammengefügt. CHF 8 000/15 000 (€ 8 510/15 960) 1029 EMAILLIERTES WEIHRAUCHSCHIFFCHEN, SOG. "NAVETTE À ENCENS" Limoges, 13. Jh. Kupfer graviert und mit Resten von Vergoldung sowie Emaille- Champlevé mit Rankendekor auf türkisblauem Grund. Zwei applizierte, teilvergoldete Heiligen-Medaillons (wohl Evangelisten darstellend) aus Kupfer, ebenfalls emailliert in Blau und Rot. In vergoldetem Kupfer gefasste, violette Edelstein-Cabochons. Ova- les, schiffförmiges Gefäss, die obere Abdeckung an den Enden gerundet und in Vogelköpfen endend, halbseitig aufklappbar. Die Wandungen graviert mit geometrischen Friesen. Auf kurzem Trompetenfuss (wohl ergänzt). 19 × 9 × 7 cm. Vergoldung stark berieben, Emaille mit Fehlstellen. Ein Deckel ende stark verbogen. Applizierter Dekor spätere Zufügung. 1 Cabochon mit Riss. Diese Weihrauchschiffchen waren Teil der liturgischen Kirchen- ausstattung und dienten zur Aufbewahrung des Weihrauchs. Ein vergleichbares Exemplar befindet sich in der Sammlung der Fon- dation Gandur pour l'Art in Genf (Inv.-Nr. FGA-AD-Obj-0085), das ehemals aus der Sammlung Ruiz in Madrid stammte und später bei Koller mit der Sammlung Brummer 1979 versteigert wurde (Ga- lerie Koller, Zürich, 17. Oktober 1979, Lot 234). Das dortige Schiff- chen weist wie unseres ein Rankendekor auf, die spitzseitigen De- ckelenden sind dort als Schlangenköpfe geformt. Die Deckel des Exemplars aus der Gandur Sammlung weisen zwei durchbroche- ne kuppelförmige Aufsätze auf. Die beiden Evangelisten bei unse- rem Exemplar verdecken zwei Durchbohrungen. Es kann vermutet werden, dass das hier angebotenen Schiffchen ursprünglich mit einem vergleichbaren Dekor versehen war. Ein weiteres, bis auf die später beigefügten Dekorationen sehr ähn- liches Weihrauchschiffchen war Bestand der Keir Collection, wel- che 1997 von Sotheby’s in New York versteigert wurde (Sotheby’s New York. The Keir Collection of Medieval Works of Art. 20.11.1997. Lot 89. CHF 8 000/12 000 (€ 8 510/12 770) 28
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