DECORATIVE ARTS 27. MÄRZ 2025
1052* BRONZEFIGUR EINES STEHENDEN HENGSTES Norditalien um 1530. Wohl Severo Calzetta da Ravenna (aktiv ca. 1496–ca. 1543) oder Andrea Briosco (1470–1532). Bronze mit dunklem Lack. Mit erhobenem rechten Vorderbein, der Schweif mittels Band aufgeknotet. H 24 cm, mit Marmorsockel ca. 34 cm. Provenienz: Deutscher Privatbesitz. Dunkler Lack mit Fehlstellen. Kräftiger und nur wenig nachgearbeiteter Bronzeguss. In gedrun- gener Gestalt, Physiognomie, Gestaltung der Hufe sowie des aufgeknoteten Schweifes vergleichbar mit einem schreitenden Pferd aus der Sammlung des Kunsthistorischen Museums Wien, dort beschrieben als paduanisch, um 1500 und mit Arbeiten der Riccio-Werkstatt verglichen. Vgl. Leo Planiscig: Kunsthistorisches Museum in Wien. Die Bronzeplastiken. Wien 1924, Nr. 71, S. 41. Ein vergleichbares Pferd aus dem Herzog-Anton-Ulrich Muse- um in Braunschweig wird der Werkstatt des Andrea Riccio zuge- schrieben. Ein weiteres, vergleichbares Exemplar befindet sich in der Sammlung des Louvre (Inv.-Nr. MR 3399), das als "italienisch, Renaissance" beschrieben wird. Vorbild dieser Darstellungen dürften wohl die hellenistischen Bronzepferde von San Marco sein (vgl. H.R. Weihrauch: Europäische Bronzestatuetten. 15.-18. Jh. Braunscheig 1967, S. 49-51). Das Metropolitan Museum New York schreibt ein Bronzepferd seiner Sammlung ebenfalls Severo Calzetta da Ravenna zu (Inv.-Nr. 64.101.1413). Dieses sich aufbäu- mende Pferd weist in Bezug auf körperliche Proportionen, Mähne sowie die Gestaltung des Schweifes einige Ähnlichkeit mit der hier angebotenen Bronze auf. CHF 20 000/30 000 (€ 21 280/31 910) 49
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