DECORATIVE ARTS 27. MÄRZ 2025
1068 STOLA UND HAUBE EINES MESSGEWANDS Florenz, um 1500. Polychrome Seidenstickerei mit Metall-, Gold-, und Silberfäden. Zweispaltige Aufteilung, Darstellung von ganzfigurigen Heiligen und Aposteln in Rundbogen auf hellblauem, sternenbesticktem Grund, die Enden mit je zwei Kuppeln. Das untere Ende wappen- förmig als Haube mit einer Nativität in Renaissance-Architektur. Die Haube mit Fransen (teils unvollständig). 105 × 97 cm. Stola und Haube später zusammengefügt. Zwei Heiligendarstel- lungen beschnitten. Die Enden wohl beschnitten. Risse, Ergän- zungen und Reparaturen. CHF 4 000/7 000 (€ 4 260/7 450) 62 Dekorative Textilkunst umfasst eine Vielzahl von Techniken wie Sticken, Steppen, Applikationen, Durchbrucharbeiten sowie das Bemalen, Bedrucken und Färben von Stoffen, oft unter Einsatz von Reservetechniken. Das textile Kunst- handwerk in Europa wird von Wolle, Leinen und Baum- wolle dominiert. Schon in der Antike verwendete man mit Metallfolien umwickelte Garne, über die Seidenstrasse gelangten chinesische Seidenstoffe in den Westen. Ab dem Frühmittelalter florierte der Import von kunstvollen Seidengeweben vor allem aus Byzanz und dem Orient. In der Gotik und Renaissance etablierten sich Italien und Spanien als bedeutende Produktionszentren, während die Stickerei im Mittelalter eine besondere Blüte erlebte. Farbintensive Textilien, zum Teil mit feinsten Silber- und Goldfäden bestickt, aus früher italienischer Produktion des 15. bis 18. Jahrhunderts sind Teil der im Folgenden angebotenen Privatsammlung. Darunter grössere Decken und Tuchbahnen sowie Gewänder von kirchlichen und weltlichen Würdenträgern. Weitere Stücke aus der Samm- lung werden in unserer IBID Auktion angeboten.
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