DECORATIVE ARTS 27. MÄRZ 2025
1099* BELEDERTE SCHATULLE MIT DEM WAPPEN LOUIS ANTOINE DE PARDAILLAN DE GONDRIN DUC D'ANTIN (1665–1736) Louis XIV/Régence, Frankreich, Anfang 18. Jh. Holzkern sowie Karton. Rechteckige mit bordeauxrotem Leder be- legte Schatulle mit aufklappbarem Deckel sowie Goldprägungen. Der Deckel mit geprägtem Prunkwappen des Louis Antoine de Pardaillan de Gondrin duc d'Antin (1665–1736) unter Krone und flankiert von zwei Wilden mit Bogen und Federschmuck. Weiteres Dekor in Form von bekrönten Türmen und Zierfriesen. Eine seit- liche Prägung "Pièces et quittances du Marquisat de Mezières". Innen mit hellblauem Seidenbezug ausgeschlagen. Metallschlüs- selschild mit Löwenköpfen und Fleur de Lys. Kein Schlüssel. 46 × 32 × 19 cm. Goldprägung teils berieben. Leder stellenweise rissig und brüchig. Boden stark verwittert, das Leder sich ablösend. Innen mit Flecken. Vgl. für ähnliche Schatullen, ebenfalls mit dem Wappen Louis-Antoine de Pardaillan de Gondrin, duc d'Antin: - Auktion Sotheby’s Paris, Classic Design: Furniture, Silver and Works of Art, 28.6.2023, Lot 357. - Auktion Christie’s London, Important European Furniture, Sculp- ture & Tapestries, 13.6.2002, Lot 211. CHF 4 000/6 000 (€ 4 260/6 380) 1100 HERKULESKNABE ALS SCHLANGENWÜRGER Padua, 18. Jh. Das Modell nach Francesco Fanelli (1577–1657) für einen Brunnen. Bronze ziseliert und braun patiniert. Herkulesknabe in dynami- scher Haltung im Kampf gegen zwei Schlangen der Hera. Ziselier- ter mit Blumen und Gräsern verzierter Bronzesockel. H 24 cm. Provenienz: - Auktion Hampel München, 2006, Lot 486 (als 17. Jh. verkauft). - Schweizer Privatbesitz, bei obiger Auktion erworben. Vergleichsliteratur: Wilhelm Bode: Die italienischen Bronzestatuetten der Renais- sance. Berlin 1922, Abb. 92 (ein ähnliches Modell aus dem ehem. Kaiser Friedrich Museum Berlin, beschrieben als "Nachbildung der Antike"). Patina stellenweise berieben. Wohl ehemals mit einem Blatt vor dem Geschlechtsteil. Basierend auf einer Entwurfszeichnung für einen Brunnen, schrei- ben Charles Avery und Anthony Radcliffe, diese Komposition dem florentinischen Architekten Francesco Fanelli zu (siehe: Francesco Fanelli: Varie Architeture, 1642. Quelle: Getty Research Institute). Fanelli war in den 1630/40er Jahren am englischen Hof von König 90
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