IMPRESSIONISMUS & MODERNE 27. Juni 2025

3246 MAX LIEBERMANN (1847 Berlin 1935) Allee mit Fontäne. 1931. Öl auf Leinwand. Unten links signiert und datiert: Liebermann 1931. 50 × 40 cm. Provenienz: - Sammlung Carl Schmidt, Berlin, Nr. 19, um 1935. - Sammlung Schuch, Berlin, vor 1949. - Privatsammlung München. - Auktion A. Weinmüller, München, 3.10.1963, Los 1029. - Privatsammlung Schweiz, an obiger Auktion erworben und durch Erbschaft an die heutigen Besitzer. Literatur: Matthias Eberle: Max Liebermann. Werkverzeichnis der Gemälde und Ölstudien. 1900–1935, München 1996, Bd. II, S. 1230, Nr. 1931/7 (mit Abb.). Das Werk ist im Bildarchiv Foto Marburg seit 1949 unter der Nummer 211.549 dokumentiert. Max Liebermann ist ein Meister der Darstellung von Alleen. Das Spiel mit Licht und Schatten, die lange, Tiefe suggerierende Flucht eines Weges, der von Bäumen umsäumt ist und auf dem einzelne Figuren die Szenerie beleben, beherrscht der Künstler wie kaum ein anderer. Davon zeugt auch das hier vorliegende Werk. Im Fokus der Komposition steht aber die weisse Fontäne, zu der die Allee hinführt und die sämtliche Aufmerksamkeit auf sich zieht. Wie ein Wassergeist ragt sie weit in die Höhe, so dass nur noch ein kleiner Ausschnitt des Himmels, der mit seinem Blau farblich einen sehr schönen Kontrast zu dem Weiss und dem Grün bildet, das Bild nach oben hin ab- schliesst. Hintergrund dieses Motivs ist ein Wahrzeichen, welches im Park Sanssouci im Potsdamer Schlosspark steht und bis heute zahlreiche Schaulustige anzieht: die 38 Meter in die Höhe schiessende Grosse Fon- täne unterhalb der Weinbergterrassen und des Schlosses. Die schnurge- rade Hauptallee ist in Wirklichkeit rund zwei Kilometer lang. Bereits ab Mitte des 18. Jahrhunderts unter Friedrich dem Grossen in Auf- trag gegeben, wurde der Park unter Friedrich Wilhelm IV. erweitert und umgestaltet. Letzterem gelang auch endlich die Wasserversorgung mittels des Reservoirs auf dem Ruinenberg, was Friedrich der Grosse hundert Jahre zuvor noch nicht hatte realisieren können. 1842 wurde dafür eine Dampfmaschine in Betrieb genommen, für die an der Quelle des Wassers, an der Havelbucht, eigens eine Pumpstation errichtet wurde. Dieses unter der Leitung von Ludwig Persius erbaute Dampfmaschinen- haus, mit seinem Minarett als Schornstein ein einzigartiges Beispiel für Orientalisierende Architektur in Potsdam, ist seit 1985 als Museum der Öffentlichkeit zugänglich. CHF 100 000/150 000 (€ 106 380/159 570) 58

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