IMPRESSIONISMUS & MODERNE 27. Juni 2025

3258 PHILIPP BAUKNECHT (Barcelona 1884–1933 Davos) Herbst im Wald. 1920–24. Öl auf Jute. Unten rechts signiert: Ph. BAUKNECHT. Verso auf dem Keilrahmen mehrfach bezeichnet und signiert: BAUKNECHT. 128,4 × 117,5 cm. Provenienz: - Galerie Kunsthandel Monet, Amsterdam. - Galerie Iris Wazzau, Davos (verso mit Etikett). - Privatbesitz Schweiz. - Galerie Iris Wazzau, Davos (verso mit Etikett). - Westschweizer Privatbesitz. Ausstellungen: - Davos 1976/77, Philipp Bauknecht, Galerie Iris Wazzau (mit Abb. S. 11; verso mit Etikett). - Davos 1978/79, Moderne Kunst, Galerie Iris Wazzau (mit Abb. Nr. 4). - Davos 1984/85, Philipp Bauknecht zum 100. Geburtstag, Kunstgesellschaft Davos, Kongresszentrum. Literatur: - Iris Wazzau und Gioia Smid: Philipp Bauknecht. Gemälde–Paintings, Davos 2016, S. 160, Nr. 092 (mit Abb.). - Bündner Zeitung, 21.12.1976. - Davoser Revue, Davos 2001, Nr. 3 (mit Abb. auf Umschlag). Der aus dem Schwarzwald stammende Philipp Bauknecht lässt sich aus ge- sundheitlichen Gründen 1910 dauerhaft im schweizerischen Davos nieder, wo er in der Abgeschiedenheit der Alpen eine ganz eigenständige Bildspra- che entwickelt. Die Isolation in der Alpenlandschaft, die klare Höhenluft und die Distanz zum städtischen Kunstbetrieb bieten ihm nicht nur Rückzug, son- dern werden zum eigentlichen Nährboden seines künstlerischen Schaffens. "Herbst im Wald" entsteht in den frühen 1920er-Jahren, während einer inten- siven Schaffensperiode in Davos. Das Werk steht exemplarisch für die male- rische Reife des Künstlers in dieser Zeit: frei in der Form, intensiv in der Far- be und getragen von einer starken inneren Spannung zwischen Vitalität und Stille. Die expressive Farbgebung aus kräftigen Rottönen, leuchtendem Gelb, Vio- lett und Grün verweben sich mit punktuell eingesetzten Blautönen zu einem dichten, flächigen Gewebe. Diese Farben sind in langen vertikalen und diago- nalen Pinselstrichen strukturiert auf die Bildfläche gemalt und erinnern an die Malerei Ernst Ludwig Kirchners – jener Künstler, mit dem Bauknecht zwischen 1920 und 1925 im Davoser Landwassertal in regem Austausch steht. Trotz dieser Nähe bleibt Bauknechts Handschrift unverwechselbar: Wo Kirchner oft figürliche Szenen malt, konzentriert sich Bauknecht vornehmlich auf die Land- schaft selbst. "Herbst im Wald" gehört zu jener Gruppe von Bildern, die heute als Bauknechts Schlüsselwerke gelten: formal klar, farblich kühn und tief mit der Davoser Landschaft verwurzelt. CHF 40 000/60 000 (€ 42 550/63 830) 72

RkJQdWJsaXNoZXIy MTU2