POST-WAR & CONTEMPORARY 26. Juni 2025
3408 MAX BILL (Winterthur 1908–1994 Berlin) acht farben im doppelquadrat. 1983. Öl auf Leinwand. Verso signiert und datiert: bill 1983, sowie auf dem Keilrahmen signiert, betitelt, datiert, mit Massangaben, Hängeanweisungen und Richtungspfeilen: max bill acht farben im doppelquadrat. 1983 haut open top diagonal 141 cm. 100,5 × 100,5 cm. Provenienz: - Gimpel-Hanover + André Emmerich Galerien, Zürich. - Privatsammlung Schweiz, in obiger Galerie 1984 erworben. - Privatsammlung Schweiz, durch Erbschaft erhalten. Ausstellung: Zürich 1984, Max Bill, Gimpel-Hanover + André Emmerich Galerien, 2.12.1983–14.1.1984 (verso mit dem Etikett). Wir danken der max, binia + jakob bill stiftung für die Bestäti- gung der Authentizität des Werks, Adligenswil, 15.4.2025. Der Schweizer Künstler Max Bill zählt zu den bedeutendsten Vertretern der konstruktivistischen Kunst und ist – als einer der Hauptvertreter der Züricher Schule der Konkreten – ein einflussreicher Maler, Architekt und Künstler. Durch die konse- quente Anwendung geometrischer Prinzipien und komplexer Farbgestaltung wirkt er weit über die Grenzen der Schweiz hi- naus. Die hier angebotenen Werke "acht farben im doppelqua- drat" (1983) und "transcoloration von violett zu grün" (1972/73) zeigen paradigmatisch sein Interesse an der Erforschung von Farbtransformationen und geometrischer Ordnung. Das farbintensive, leuchtende Gemälde "acht farben im dop- pelquadrat" (Los 3408) besticht durch eine symmetrische Anordnung von acht Farbflächen innerhalb eines doppelqua- dratischen Formats. Die Komposition zeigt eine klare Struktur, bei der die Farbflächen in einer harmonischen Balance zuei- nanderstehen, was die konstruktivistische Idee der Ordnung und Rationalität widerspiegelt. Die Verwendung lebendiger, aber dennoch klar abgegrenzter Farbflächen betont die Bezie- hung zwischen geometrischer Form und Farbwirkung, wobei die Farbwahl, Überlappung und Anordnung eine dynamische Spannung erzeugen. Im Gegensatz dazu beschäftigt sich das sowohl farblich als auch kompositorisch ruhiger gehaltene Gemälde "transcolo- ration von violett zu grün" (Los 3414) mit der subtilen Verände- rung von Farbnuancen. Das Werk, entstanden in den Jahren 1972/73, nutzt den Kontrast der Farben Violett, Blau und Grün um die Wahrnehmung von Farbübergängen und die physikali- schen Eigenschaften der Farben zu thematisieren. Die Arbeit zeigt Bills Begeisterung für die Wahrnehmungspsychologie und die physikalischen Farbtheorie, indem sie die Betrach- tenden dazu einlädt, die Übergänge zwischen den Farben zu erforschen und die subjektive Erfahrung der Farbveränderung zu reflektieren. Max Bill formulierte einmal: "Kunst ist für mich die Erkenntnis der Ordnung in der Welt." In seiner Kunst, bei der die räum- liche Präsens und die bewusste Farbgestaltung eine harmo- nische Verbindung eingeht, verbindet er wissenschaftliche Erkenntnisse über Farben mit dem Erlebnis des Betrachtens. Beide Werke demonstrieren so, wie Bill durch die Kombination geometrischer Strukturen und gezielt eingesetzter Farbtrans- formationen eine visuelle Erfahrung schafft, die sowohl intel- lektuell stimulierend als auch ästhetisch ansprechend ist. Sie sind Ausdruck seines Bestrebens, die Prinzipien der Ordnung und Harmonie in der Kunst zu erforschen und sichtbar zu ma- chen. CHF 50 000/70 000 (€ 53 190/74 470) 10
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