POST-WAR & CONTEMPORARY 26. Juni 2025

3490 H.R. GIGER (Chur 1940–2014 Zürich) Biomechanische Landschaft. 1976. Acryl auf Papier, fest aufgelegt auf Holz. Verso signiert, betitelt, datiert, mit Mass- und Technikangaben, sowie mit Werknummer: H.R Giger "Biomechanische Landschaft 76" Acryl 100 × 70 Werk Nº 319. 100 × 70 cm. Provenienz: Privatsammlung Schweiz. Ausstellung: Zürich 1977, Ausstellung im Foyer, Kunsthaus Zürich, 18.8.–17.9.1977, Nr. 17 (verso mit dem Etikett). Literatur: H.R. Giger: H.R. Giger's Necronomicon, Zug 1991, S. 50, Nr. 319 (mit Abb.). Wir danken dem HR Giger Museum für die Bestätigung der Authentizität des Werks, Gruyères, 16.4.2025, Nr. 319 (1976-B-319). "Innerhalb der Welt, in der er sich bewegt, nimmt Giger einen einzigartigen Platz ein. Seine Kunst bildet eine Kategorie für sich. Der Beweis dafür liegt in der Intensität seines Schaffens und in seiner Vorstellungskraft, deren provozierende und beunruhigende Wirkung ich nur mit den Werken eines Hieronymus Bosch oder Francis Bacon vergleichen kann." Ridley Scott H.R. Gigers Gemälde bewegen sich in einer düsteren Zwischenwelt aus Technik und Organik, aus Metall und Körper. Seine biomechanischen Landschaften sind visionäre Albträume – unbewohnbare Räume, durchzo- gen von Schläuchen, Schädeln und maschinenartigen Figuren. In Werken wie den beiden "Biomechanische[n] Landschaft[en]" (Los 3490 und 3492) verschmelzen menschliche und mechanische Formen zu einem unauflös- lichen Ganzen, als hätte die Evolution selbst einen neuen, posthumanen Pfad eingeschlagen. Diese Szenerien sind aber keine Kulissen, sondern vielmehr Zustände in denen sich ein tiefsitzender Moment des Grusels und der Skepsis gegenüber der Technologisierung der Welt zu manifes- tieren scheint. Gigers Arbeiten entstehen oft in Airbrush-Technik, so auch bei den beiden hier zur Auktion kommenden Gemälden in Acryl auf Papier auf Holz. Die Oberfläche der Werke erhält dadurch eine unheimlich glatte, fast leblose Qualität – Die Kälte der Maschinen trifft auf die Fragilität menschlicher Anatomie; ein Kontrast, der H.R.’s Bildwelten zwischen Faszination und Unbehagen pendeln lässt. Gigers Werk ist dabei nicht blosse Illustration, sondern Psychogramm einer technisierten Zukunft – verstörend, radikal und dystopisch. CHF 70 000/100 000 (€ 74 470/106 380) 110

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