POST-WAR & CONTEMPORARY 26. Juni 2025
3474 NICOLA DE MARIA (Foglianese 1954–lebt und arbeitet in Turin) Gli Dei. 1982/83. Bleistift, Pastell- und Ölkreide, Acrylharz und Gesso auf Leinwand. Auf der Überlappung signiert, betitelt, datiert und bezeichnet: 1982 1983 EA A NICOLA - GLI DEI nicola de maria. 52 × 71 cm. Provenienz: - Galerie Annemarie Verna, Zürich (verso mit dem Etikett). - Privatsammlung Schweiz, in obiger Galerie 1983 erworben. Nicola De Maria zählt zu den Hauptvertretern der italieni- schen Transavanguardia, die Ende der 1970er-Jahre entsteht. ImUnterschied zu seinen Weggefährten Francesco Clemente, Enzo Cucchi, Sandro Chia und Mimmo Paladino konzentriert er sich auf die reine Abstraktion. Nach einem abgeschlosse- nen Medizinstudium entschliesst sich De Maria als Autodi- dakt eine künstlerische Laufbahn einzuschlagen. Zunächst der Fotografie zugewandt, entstehen ab 1975 erste Zeichnun- gen auf kleinen Papierformaten – anfangs in Bleistift, später in Pastell, schliesslich in Aquarell und Öl. Der frühe Erfolg ebnet den Weg für seine endgültige Hinwendung zur Malerei als bevorzugtes Ausdrucksmittel. 1977 realisiert der Italiener ers- te Wandgemälde unter Verwendung der Freskotechnik alter Meister. Schon früh entwickelt De Maria eine eigenständige Bildsprache, die von spiritueller Tiefe und lyrischer Konzentration geprägt ist. Die vorliegenden Werke stammen aus seiner frühen Schaffens- phase. Ihre matte, pastellige Farbigkeit steht in deutlichem Kont- rast zur intensiven Leuchtkraft späterer Arbeiten. Charakteristisch ist die Wahl poetischer Titel, die als Schlüssel zu seiner inneren Bildwelt dient, in der Malerei und Poesie eng miteinander verbun- den sind. In "Gli Dei" (Die Götter) von 1982/83 (Los 3474) reduziert der Maler die Bildsprache auf das Wesentliche: Eine nahezu mono- chrome Fläche, durchzogen von zwei rätselhaften Zeichen – "EA" und "A". Die sanfte Oberfläche lädt zur stillen Reflexion ein. Dieses Werk ist exemplarisch für seine Frühphase, in der Farbe als subtile Spur erscheint. Im Gegensatz dazu entfaltet "Regno dei Fiori" (Reich der Blumen) von 1983/84 (Los 3475) eine fein strukturierte schwebende Kom- position. Vertikale und horizontale Spuren, lineare Andeutungen und feine Farbpartikel formen eine abstrakte florale Bildwelt. Das Gemälde gehört zu einer Werkgruppe, in der De Maria Kindheits- erinnerungen an die Berge seiner Heimat Foglianise verarbeitet – jenen Ort, in dem er bis zu seinem zwölften Lebensjahr lebt. CHF 12 000/18 000 (€ 12 770/19 150) 96
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