GEMÄLDE DES 19. JAHRHUNDERTS AUKTION 19. SEPTEMBER 2025

3214 JEAN-BAPTISTE CAMILLE COROT (1796 Paris 1875) La chevrière Italienne. Um 1860–65. Öl auf Leinwand. Unten rechts signiert: COROT. 46,7 × 37,3 cm. Gutachten: Dr. Hans-Peter Bühler, München, 12.4.1988. Provenienz: - Galerie Knoedler & Co., New York. - Sammlung E. L. Doheny, Los Angeles. - Auktion Christie's, Los Angeles, 4.2.1988, Los 187. - Schweizer Privatbesitz. Literatur: Alfred Robaut: L'oeuvre de Corot, Paris 1965, Bd. III, S. 210, Nr. 1869 (mit Abbildung auf S. 211). Dieses Spätwerk von Jean-Baptiste Camille Corot ist ein herausragendes Beispiel für dessen Landschaftsmalerei mit besonderem Augenmerk auf die Erfassung von Atmosphäre und Licht. Der in satten Grüntönen gehaltene Bildvordergrund mit dem prominent im Bildraum platzierten Baum steht in dynamischer Wechselwirkung zu dem lichtdurchfluteten Hinter- grund. Besonders schön kommen die hellen Farbakzente sowie der wolkige hellblaue Himmel zur Geltung. Im vorliegenden Gemälde lassen sich neben der stimmungsvol- len Farbgebung weitere malerische Elemente wiederfinden, die typisch für die Reifezeit Corots sind. Die gestaffelte Landschaft, die dem Werk eine schöne Tiefe verleiht, die alleinstehende Figur, die Kuh sowie die Gebäude in der Ferne sind Bildelemente, die in zahlreichen Gemälden des französischen Meis- ters wiederkehren. So lässt sich etwa im Werk "Le chevrier italien, effet de soleil couchant", das sich im Musée du Louvre in Paris be- findet (Inv.-Nr. RF 899 bis), beinahe derselbe Bildaufbau finden. Corot, der als Gründervater der Landschaftsmalerei des 19. Jahrhunderts gilt, verarbeitete häufig Erinnerungen seiner Ita- lienreisen in seinen Landschaftsgemälden und so dürfte auch unser Bild als Huldigung der Schönheit der italienischen Land- schaft und ihrer Bewohnerinnen entstanden sein. Seine künst- lerische Arbeit im Freien, insbesondere in der Gegend um Barbizon im Wald von Fontainebleau, ebnete den Weg für die Freilichtmalerei, die die Kunst der darauffolgenden Jahrzehnte entscheidend prägen sollte. Mit seinen italienisierten Landschaften hatte Corot bereits zu Lebzeiten grossen Erfolg und auch nach seinem Tod blieb die Faszination für seine Landschaftsgemälde weltweit ungebrochen. Das nun zur Auktion kommende Gemälde war ab 1914 lange Zeit Teil der renommierten Kunstsammlung der US–amerikanischen Philanthropin Estelle Doheny (1875–1958) in Los Angeles, Kalifornien, bevor es 1988 aus ihremNachlass in die Schweiz gelangte. CHF 100 000/150 000 (€ 106 380/159 570) 122

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