GEMÄLDE DES 19. JAHRHUNDERTS AUKTION 19. SEPTEMBER 2025

3239* IVAN KONSTANTINOVICH AIVAZOVSKY (1817 Feodosija 1900) Wellengang auf hoher See. 1898. Öl auf Leinwand. Unten rechts und verso kyrillisch signiert und datiert: Aivazovsky 1898. 61 × 93,5 cm. Gutachten: Gianni Caffiero, 5.8.2025. Provenienz: - Privatbesitz London. - Galerie Louis Bock & Sohn, Hamburg. - Sammlung Prof. Dr. Max Nonne (1861–1959), Hamburg. - Europäischer Privatbesitz. Während Ivan Aivazovsky zu Beginn seiner künstlerischen Schaffensphase vornehmlich Marinedarstellungen mit ruhigem Wasser und harmonischer Stimmung malte, fin- den sich in seinem Spätwerk zunehmend dramatischere Kompositionen, die die Naturgewalt des Meeres eindrück- lich zur Schau stellen. So ist das hier angebotene wirk- mächtige Gemälde, das ein aufgewühltes Meer bei star- kem Seegang zeigt, 1898 zwei Jahre vor Aivazovskys Tod entstanden. Bei dem Werk handelt es sich um ein hervor­ ragendes Beispiel aus der Spätphase des Künstlers, dessen Dynamik und Lichtführung, betont durch den hervorragend ausgeführten Farbverlauf zwischen hellen und dunklen Blautönen im Wasser, die ausserordentliche Virtuosität Aivazovskys als erstklassiger Marinemaler verdeut- licht. Bereits 1847 wurde der damals erst 30-jährige Aivazovsky zum Professor der Marinemalerei an die renommierte Russische Kunstakademie in St. Petersburg berufen. In den folgenden Jahrzehnten avancierte Aivazovsky zu einem der bekanntesten Maler, nicht nur im russischen Zarenreich, son- dern auch in allen Teilen des westeuropäischen Kontinents. Die internationale Anerkennung führte Aivazovsky auf ausge- dehnte Reisen in alle kulturellen Zentren Europas, wie unter anderem nach Berlin, Wien, Rom, Paris und London. Zudem wurde er aufgrund seiner grossen Verdienste in der Marine- malerei von Zar Nikolaus I. (1796–1855) zum offiziellen Maler der kaiserlichen Marine ernannt, was ihm auch das Recht ein- räumte, die Uniform der zaristischen Kriegsmarine zu tragen. In dem vorliegenden Werk gelingt es Ivan Aivazovsky beson- ders gut, die raue See auf eine dramatische und dennoch realistische Weise einzufangen. Durch die ausgewogene Komposition und die reduzierte Farbpalette, die fast aus- schliesslich aus verschiedenen Blautönen besteht, wohnt dem Gemälde zudem ein äusserst moderner Charakter inne. So ist es nicht verwunderlich, dass sich Aivazovskys Gemälde nicht nur zu Lebzeiten des Künstlers, sondern auch heute noch grosser Beliebtheit erfreuen. CHF 200 000/300 000 (€ 212 770/319 150) Signatur verso 154

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