GEMÄLDE ALTER MEISTER AUKTION 19. SEPTEMBER 2025
3028* AERT VAN DER NEER (1603 Amsterdam 1677) Eine mondbeschienene Flusslandschaft mit einer Windmühle und einer Kirche im Hintergrund. Öl auf Leinwand. Unten rechts monogrammiert: AV DN (ligiert). 54,2 × 72,1 cm. Provenienz: - Wohl Auktion Christie’s, London, 16.4.1923, Los 115. - Sammlung M. Schloss, Amsterdam. - Kunsthandel Jacques Goudstikker (1897–1940) (verso mit Etikett). - Sammlung Hermann Göring (1893–1946) (RM Nr. 1329). - Kunsthandel Goudstikker-Miedl. - Sammlung Cornel Berk, Burg Neu-Hemmerich, Köln. - Auktion Palais des Beaux-Arts, Brüssel, 24.6.1953, Los 49. - Sammlung Jacques Goustikker (restituiert), 2021. - Auktion Sotheby's, London, 8.7.2021, Los 164. - Europäischer Besitz. Literatur: - Wolfgang Schulz: Aert van der Neer, Doornspijk 2002, S. 376, Kat.-Nr. 967 - Nancy H. Yeide: Beyond the Dreams of Avarice: The Hermann Goering Collection, Dallas 2009, S. 257, Kat.-Nr. A230. - Jean-Marc Dreyfus: Le catalogue Goering, Paris 2015, S. 168, Kat.-Nr. RM228/F373. Aert van der Neer zählt zu den bedeutendsten Landschafts- malern des 17. Jahrhunderts. In Gorinchem, in der Nähe von Dordrecht geboren, liess er sich 1628 in Amsterdam nieder. Sein erstes datiertes Landschaftsbild stammt aus dem Jahr 1633. Sein erstes Auftragswerk, ein grossformatiges Landschaftsbild, malte van der Neer 1635. Obwohl um 1640 weitere Aufträge folgten, setzte sich der Künstler erst nach 1643 erstmals mit der Atmosphäre verschiedener Tageszeiten auseinander. Dabei spezialisierte er sich auf aussergewöhnlich zarte und poetische Mondlicht-, Dämmerungs- und Winterszenen. Van der Neers "Mondbeschienene Flusslandschaft" in dieser Auktion vermittelt dem Betrachter das Gefühl, dass sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnen und Details scharf werden. Unter einem silbernen Vollmond werden komplexe Wasserkanäle und Landvorsprünge am Rande des Dorfes sichtbar. Zwei Männer und ihr Hund gehen einen Weg entlang, während die Fenster eines Hauses im Mondlicht glänzen. Im Mittelpunkt steht die Silhouette weines Kirchturms, eingerahmt von mondbeschienenen Wolken und dem Spiegelbild des Mondes im Wasser. Die wunderschön kontrollierte, raffinierte Komposition vermittelt den Eindruck einer spontanen, naturalistischen Beobachtung. Nicht umsonst galt van der Neer in den 1640er- und 50er-Jahren als der führende Maler von Mondscheinszenen in Amsterdam. Ein Grossteil seiner Werke wird heute in den bedeutendsten MuseenderWelt ausgestellt, sozumBeispiel derNationalGallery in London oder dem Louvre in Paris. CHF 30 000/50 000 (€ 31 910/53 190) 40
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