GEMÄLDE ALTER MEISTER AUKTION 19. SEPTEMBER 2025

3029* ABRAHAM VAN DIEPENBEECK (s'-Hertogenbosch 1596–1675 Antwerpen) Ruhe auf der Flucht nach Ägypten. Öl auf Holz. 39,4 × 31,5 cm. Provenienz: - Auktion Christie’s, South Kensington, 18.12.1998, Los 11 (als Anthonis van Dyck, Nachfolger). - Auktion Segre, Madrid, 17.12.2002, Los 64 (als Abraham van Diepenbeeck). - Europäische Sammlung. Literatur: Matías Díaz Padròn: Van Dyck en España, Barcelona 2012, Bd. II, S. 692, Nr. A.18. Abraham van Diepenbeeck erhielt seine erste Ausbildung in der Glasmalereiwerkstatt bei seinem Vater, Jan Roelofsz. van Diepenbeeck (tätig 1573–1620). 1623 trat er in das Atelier von Peter Paul Rubens (1577–1640) ein, wo er zu einem der erfolgreichsten Schüler des Meisters avancierte. 1636 erlangte er das Bürgerrecht der Stadt Antwerpen, zwei Jahre später wurde er als Meister in die Lukasgilde aufgenommen. Diepenbeeck war zudem mit den Kompositionen Anthonis van Dycks (1599–1641) bestens vertraut, deren Einfluss in mehreren seiner Werke spürbar ist. Ab 1642 begann er, eigene Druckgrafiken zu publizieren. Die künstlerische Produktion Van Diepenbeecks zeichnet sich durch eine bemerkenswerte Vielfalt an Themen und Kompositionsformen aus. Das hier angebotene Werk ist ein exquisites Beispiel seiner Grisaille-Malerei: eine fein durchgearbeitete monochrome Interpretation der "Madon- na mit Kind" nach einem Gemälde aus der Royal Collection von Anthonis van Dyck (Inv. Nr. RCIN 404639). Diepenbeeck adaptiert das Vorbild nicht nur technisch, sondern auch inhaltlich. Die Grisaille-Technik verleiht der Komposition eine skulpturale Wirkung, während die Ergänzung eines landschaftlichen Hintergrunds mit dem Heiligen Josef und einem Esel eine eigenständige ikonografische Wendung schafft. Durch diese Erweiterung erhält das Motiv die Bedeutung einer "Ruhe auf der Flucht nach Ägypten" – eine originelle Neuinterpretation, die Diepenbeecks kreative Eigenständigkeit innerhalb der Rubens-Schule belegt. Die Komposition fand bereits zu Lebzeiten des Künstlers Beachtung: Der Kupferstecher Hendrick Snyers (1611– 1644), der 1642 mit Van Diepenbeeck zusammenarbeitete, schuf einen Stich nach der Komposition für eine geplante Publikation. CHF 30 000/50 000 (€ 31 910/53 190) 42

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