GEMÄLDE ALTER MEISTER AUKTION 19. SEPTEMBER 2025

3032* AMBROSIUS BOSSCHAERT d. Ä. (Antwerpen 1573–1621 Den Haag) Blumenstrauss in einer Glasvase mit Schmetterlingen. Um 1615. Öl auf Kupfer. Unter links monogrammiert: AB. Verso signiert: Ambrosius Bosschaert. 28,2 × 18,2 cm. Provenienz: - Deutscher Privatbesitz. - Kunsthandel Alfred Brod, London, 1970. - Europäischer Privatbesitz. Literatur: Laurens Johannes Bol: The Bosschaert Dynasty. Painters of flowers and fruit, Leigh-on-Sea 1960, S. 63, Nr. 25, Abb. Nr. 18a (als Ambrosius Bosschaert d. Ä.). Dieses fein ausgeführte und qualitätsvolle Blumen- stillleben stellt ein charakteristisches Werk aus der reifen Schaffensphase Ambrosius Bosschaerts d. Ä. dar, einem der bedeutendsten Vertreter der flämisch- niederländischen Stilllebenmalerei des frühen 17. Jahrhun- derts. Mit hoher Präzision und naturkundlicher Beobach- tungsgabe malte der Künstler jede einzelne Blüte, jedes Insekt sowie sämtliche weitere Details, ein typisches Merk- mal seines sorgfältig durchdachten Bildaufbaus. Der glatte Kupferträger verleiht dem Gemälde eine intensive Leucht- kraft, wodurch die Farben in brillanter Klarheit erschei- nen und dem Werk eine beinahe juwelenartige Wirkung verliehen wird. Ambrosius Bosschaert wurde 1573 in Antwerpen geboren, siedelte jedoch 1589 mit seiner protestantischen Familie in die nördlichen Niederlande über. Die Familie liess sich im nahegelegenen Middelburg nieder, wo Bosschaert den Grossteil seines künstlerischen Wirkens verbrachte und 1593 der dortigen Malergilde beitrat. Als angesehener Kunsthändler und Maler genoss er zu Lebzeiten hohes Ansehen, und seine Werke prägten massgeblich die Entwicklung des floralen Stilllebens im Norden. Middelburg selbst war ein Zentrum der botanischen Kultur, ein Umstand, der sich auf Bosschaerts Malerei auswirkte. Neben Jan Brueghel d. Ä. (1568–1625), Roelant Savery (1576/78–1639) und Jacob de Gheyn (um 1565–1629) zählt Bosschaert zu den Pionieren des Stilllebens, das sich zu Beginn des 17. Jahrhunderts als eigenständiges Genre in Europa etablierte. Der Künstler ist ab 1614 in Amsterdam, ab spätestens 1615 in Utrecht und schliesslich in Breda nachweisbar. Das vor- liegende, monogrammierte Werk – dessen Rückseite eben- falls eine charakteristische Signatur Bosschaerts zeigt (Abb. 1) – dürfte um 1615 entstanden sein und verkörpert eindrucksvoll die ästhetische Raffinesse, die den Künstler bis heute berühmt macht. CHF 150 000/250 000 (€ 159 570/265 960) Abb. 1: Verso mit der Signatur Ambrosius Bosschaerts d. Ä. 46

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