GEMÄLDE ALTER MEISTER AUKTION 19. SEPTEMBER 2025

3035* GERARD VAN BRONCHORST (um 1636 Utrecht 1673) Porträt einer Edeldame mit Fächer. 1663. Öl auf Leinwand. Unten links signiert und datiert: Gerard vBronchorst f: 1663. 101,5 × 83 cm. Provenienz: - Wohl Sammlung Willem Schouten, Utrecht, 1798. - Wohl Sammlung Maria Cornelia Dijkmans (um 1774–1826) oder Johanna Mechtelt Dijkmans, Utrecht, nach 16.05.1798. - Wohl Sammlung B. A. C. de Lange van Wijngaarden (1782–1845), Gouda. - Auktion, Rotterdam, 22.4.1846, Los 48. - Wohl Sammlung König Louis Philippe I (1773–1850), Paris. - Auktion Edward Terbruggen, Antwerpen, 3.11.1851, Los 13. - Wohl Sammlung Rutten, Lüttich, Anfang 20. Jh.. - Englische Sammlung (verso mit Etikett). - Wohl Sammlung Dr. Joseph Carlyle, Vereinigtes Königreich. - Sammlung Fitzroy MacLean (1911–1996). - Auktion Christie's, London, 13.12.1996, Los 262 (als Caesar van Everdingen). - Kunsthandel Bijl - van Urk, Alkmaar. - Europäische Sammlung Literatur: - Thomas Döring: Studien zur Künstlerfamilie Van Bronchorst: Jan Gerritsz (ca. 1603–1661), Johannes (1627–1656) und Gerrit van Bronchorst (ca. 1636–1673) in Utrecht und Amsterdam, Alfter 1993, wohl S. 251, Kat.-Nr. DC 4a und DC 5. - Paul Huys Janssen: Caesar van Everdingen 1616/17–1678: Monograph and catalogue raisonné, Doornspijk 2002, Kat.-Nr. R 36 (abgelehnt als Caesar van Everdingen). Dieses feinsinnige Damenbildnis aus der Mitte des 17. Jahrhun- derts wurde 1996 dem Alkmaarer Maler Caesar van Everdingen (1616/17–1678) zugeschrieben. Eine kürzlich durchgeführte Restaurierung brachte jedoch die originale Signatur Gerard van Bronchorsts sowie die Datierung 1663 zutage, womit das Werk eindeutig dem Utrechter Maler zugewiesen werden kann. Gerard van Bronchorst war der zweite Sohn des aus Utrecht stammenden Glasmalers, Radierers und Malers Jan Gerritsz van Bronchorst (1603–1661), der um 1650 nach Amsterdam übersiedelte und dort 1652 das Bürgerrecht erwarb. Gemeinsam mit seinem Bruder Johannes reiste Gerard 1648 nach Italien, wo beide mehrere Jahre verweilten. Während dieses Aufenthalts spezialisierte sich Gerard auf idealisierte italienische Landschafts- darstellungen in der Nachfolge Cornelis van Poelenburghs (1594/95–1667). Nach der Rückkehr in die Niederlande im Jahr 1654 liessen sich die Brüder in Amsterdam nieder. Gerard lebte dort vermutlich bis 1664, bevor er in seine Heimatstadt Utrecht zurückkehrte. Dort wurde er in den Jahren 1665–66 als Vorsteher der Malergilde verzeichnet. Bereits 1667 gab er die Malerei auf, um eine politische Laufbahn einzu-schlagen. Von 1670 bis 1673 war er Mitglied des Stadtrats von Utrecht. Das vorliegende Porträt überzeugt nicht nur durch seine feine Ausführung, sondern auch durch eine aussergewöhnlich gut dokumentierte Provenienz, die bis ins 19. Jahrhundert zurück- reicht. Es lässt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit mit einem Gemälde aus der Auktion der Sammlung B. A. C. de Lange van Wijngaarden in Rotterdam im April 1846 identifizieren. Dort wurde ein "schönes Bildnis einer Dame, mit einem Fächer in der Hand" aufgeführt, mit identischen Massen wie das hier ange- botene Werk. Wahrscheinlich wurde das Bild in der Folge vom französischen König Louis-Philippe I. (1773–1850) erworben, der von 1830 bis 1848 regierte. Nach seinem Tod gelangte das Werk 1851 erneut auf den Markt und wurde in einer Auktion in Antwerpen als "Bildnis einer Dame am offenen Fenster; von bewundernswerter Ausführung" angeboten – wiederum mit identischen Massen. Der Autor des Werkverzeichnisses zu Gerard van Bronchorst, Thomas Döring, konnte das Gemälde aufgrund seines Verbleibs in einer Privatsammlung nicht berücksichtigen. In seiner Publi- kation verweist Döring jedoch auf ein männliches Gegenstück in der Sammlung des Musée des Beaux-Arts in Nîmes, ebenfalls datiert 1663 (Abb. 1. Siehe Döring 1993, S. 243, Kat.-Nr. C14). Abb. 1: Gerard van Bronchorst, Bildnis eines Edelmannes, 1663, Öl auf Leinwand, 102 x 85 cm, Musée des Beaux-Arts de Nîmes, Inv. Nr. IP-271. ©Stéphane Ramillon, Ville de Nîmes 52

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