GEMÄLDE ALTER MEISTER AUKTION 19. SEPTEMBER 2025

3057* JAN VAN GOYEN (Leiden 1596–1656 Den Haag) Seelandschaft mit Fischern und Schiffen. Öl auf Holz. Unten mittig auf dem Boot monogrammiert und datiert: VG 1650. 25,5 × 41 cm. Provenienz: - Sammlung Gräfin von Morton, London. - Auktion Christie's, London, 27.4.1850, Los 26. - Sammlung Sir J. G. Buller. - Sammlung Lord Churston, Lupton, Devonshire. - Auktion Christie's, London, 26.6.1925, Los 7. - Kunsthandel P. & D. Colnaghi & Co., London, um 1925/26. - Sammlung H. Cremer, Santpoort, um 1927 (verso mit Etikett). - Auktion Sotheby's und Mak van Waay, Amsterdam, 17.11.1980, Los 6. - Kunsthandel Xaver Scheidwimmer, München. - Auktion Sotheby’s, London, 10.12.2015, Los 130. - Europäischer Besitz. Literatur: Hans-Ulrich Beck: Jan van Goyen (1596–1656). Ein Oeuvrever- zeichnis. Bd. II, Amsterdam 1972, S. 390, Nr. 869 (mit Abb.). Diese Flusslandschaft ist ein hervorragendes Beispiel aus der späten Schaffensphase von Jan van Goyen. Insbesondere in den Werken der 1650er-Jahre zeigt sich van Goyens Reife als Ma- ler bei der Beherrschung von Lichtführung und der gekonnten Wiedergabe der atmosphärischen niederländischen See- und Flusslandschaften. Zu Beginnder 1650er-Jahre, in der Zeit als das uns vorliegende Gemälde entstand, trat der Künstler eine Reise nach Amsterdam und Haarlem an und fokussierte sich ab da an vermehrt auf Seestücke, in welchen der Himmel einen Grossteil der Bildfläche einnimmt, sodass die Kompositionen Endlosigkeit und Ferne suggerieren. Das hier vorliegende Werk weist durch seine tonige Farbpalette die berühmte braune Monochromie auf, die Van Goyen als Hauptvertreter der tonalen Landschaftsmalereizu höchster Voll- endung brachte. Die Wahl der feinen Braun- und Blautöne, auf die der Künstler in unserem Gemälde zurückgreift, zielen ganz auf die Wirkung der Komposition ab. Die Reduktion der Farbig- keit und die damit bewusste Abwendung von einer naturalistisch- realistischen Darstellung der Landschaft unterstreichen das avant- gardistische Verständnis Van Goyens in seiner Malerei. Das schnelle und dünne Auftragen der Farbe ermöglichtedem Künstler zudem seine expressive Malweise, die auch die hier an- gebotene Flusslandschaft zu einem äusserst charmanten Werk der Reifezeit des niederländischen Meisters macht. Bemerkenswert ist auch die überlieferte Provenienz unserer Landschaft, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht. In seinem Werkverzeichnis über Van Goyen berichtet Hans-Ulrich Beck, dass sich das Gemälde im Besitz der Gräfin von Morton, Susan Elizabeth Douglas (1793–1849), in London befand. CHF 100 000/150 000 (€ 106 380/159 570) 76

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