BÜCHER & AUTOGRAPHEN AUKTION 17. SEPTEMBER 2025
4226 Steiner, Rudolf, Schriftsteller und Begründer der Anthroposophie (1861-1925). Eigenhändiges Gedicht. In: ders. Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten? 8.-11. Tausend. Berlin, [1918]. 8° (21,5 × 15,3 cm). Moderne Leinwand mit eingebundener Original-Broschur. Achtzeiliges Gedicht von Steiners Hand auf dem Innendeckel der Original-Broschur: "Warum strebt des Menschen Suchende Seele Nach Erkenntnis Einer höheren Welt? Weil jeder seelenentsprossene Blick In das Sinnensein Zur sehnsuchtvollen Frage wird Nach dem Geistessein." Nicht signiert. Darunter weitere dreizeilige Widmung für Helene Röchling (1866-1945), signiert von Marie Steiner und datiert Berlin, 7. Juli 1918. - Im Falz verstärkt, in den Rändern etwas feuchtfleckig bzw. entfärbt. - Eigenhändige Widmungen Steiners sind von be- kannter Seltenheit. CHF 3 000/5 000 (€ 3 190/5 320) 4227 Wegener, Alfred, Meteorologe und Polarwis- senschaftler (1880-1930). Sammlung von Familien-Korrespondenz. Mit 22 eigenh. Briefen, 2 eigenh. Briefteilen unter Schreiben seiner Frau Else sowie 1 eigenh. Postkarte, jeweils mit Unterschrift "Alfred". Dallgow-Döbe- ritz, 1905; an Bord der Danmark, 1906; Marburg, 1919-1920 sowie Graz u.a., 1924-1928. Verschiedene Formate. Inhaltsreiche Briefe mit persönlichen und beruflichen Nachrichten, beginnend mit einem Brief aus Dallgow-Döberitz von 1905 an sei- ne Eltern, u. a. mit der Schilderung einer Ballonfahrt. Es folgen 5 Briefe von der ersten Grönland-Expedition Wegeners 1906 (3 an die Eltern, 2 an den Bruder Kurt) mit Schilderungen der Schiffsrei- se in Richtung Island: "Die Faröer haben mir sehr gefallen. Balsalt- klippen, stellenweise überhängend ins Meer abfallend, oben mit frischem Grün" (15. Juli 1906). - 1919 folgt eine dichte Reihe von Briefen an den Vater, mit ausführli- chen Schilderungen seiner Bemühungen um einen Lehrstuhl nach Ende des Ersten Weltkriegs: "mit Marburg wird es endgültig nichts. Da gegenwärtig keine neuen Etatstellen geschaffen werden kön- nen, käme nur eine persönliche oder ausseretatmässige Professur in Frage, und eine solche wird prinzipiell nicht erteilt, wenn der Betreffende daneben eine bezahlte Etatstelle innehat (...)." (8. Janu- ar 1919). - Immer wieder werden wissenschaftliche Vorträge und Publikationen erwähnt: "Gestern war mein Vortrag über Entste- hung der Mondkrater im Physikal. Kolloquium. Leider verplauderte ich mich etwas, so dass die Diskussion zu kurz wurde."(14. Januar 1919). - BEILIGEND einige weitere Briefe von verschiedenen Mitgliedern der Familie Wegener, teils an Alfred gerichtet, sowie ein Typoskript Else Wegeners mit Erinnerungen an das Ferienhaus der Familie in "Zechlinerhütte" bei Rheinsberg in Brandenburg. Des weiteren 4 Photo-Portraits Wegeners, davon 2 Vintages, 2 in späteren Ab- zügen. - Briefe Wegeners sind selten, in diesem Umfang dürfte es sich um einen einmaligen Bestand handeln. Seinen grossen wissenschaftlichen Ruhm für die Theorie der Kontinentalverschie- bung erlebte Wegener, der 1930 auf einer Grönland-Expedition ums Leben kam, nicht mehr. - Der früheste Brief von 1905 gelocht und mit entsprechenden Buchstabenverlusten, die Postkarte mit ausgeschnittener Marke, sonst wohlerhalten. - Provenienz: Aus Familienbesitz, über die Erbschaft einer Tochter Wegeners an die heutigen Besitzer. CHF 4 000/6 000 (€ 4 260/6 380) 4226 126
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