WORKS OF ART & DECORATIVE ARTS AUKTION 18. SEPTEMBER 2025

1112 MAJOLIKA FIGUR DES HL. ANDREAS Urbino, Werkstatt Fontana oder Patanazzi, um 1570–80. Innen ausgehöhlter Korpus. Modelliert als bärtiger, mit gelbem Nimbus bekrönter Heiliger, sein charakteristisches Attribut, ein Kreuz, hält er im linken Arm, bekleidet mit einer Tunika in Grün, Ockerbraun, Blau und Gelb staffiert. H 35,5 cm. Kleinere Restaurierungen. Provenienz: Privatsammlung, Lugano. Die Skulpturen aus den Majolika-Werkstätten von Urbino sowie auch anderen italienischen Majolika Produktionsstätten des 15.- 17. Jh., die neben anderen Heiligen und der Gottesmutter auch säkulare Sujets umfassten, sind weit weniger zahlreich anzufinden als Majolika-Tafelgut. Der Heilige Andreas war in den italienischenMarken (Urbino) schon seit dem späten 15. Jahrhundert sehr beliebt. Diverse Kirchen, ihm geweiht, in der Umgebung von Urbino, betätigen das. Die Reliquie des Kopfes des Heiligen kam 1460 aus Patras in Griechenland (Ge- burtsland) nach Italien, kurz nachdem Patras unter türkische Herr- schaft gefallen war. In einer feierlichen Prozession startend in Anco- na, durch die Marken und Umbrien, wurde die Reliquie schliesslich bis nach Rom begleitet, zu ihrer letzten Ruhestätte in Sankt Peter. Eine, in Typus und Stil nahestehende Figur, ein Hl. Hieronymus, aus der Patanazzi-Werkstatt in Urbino, um 1575-1600, befindet sich heute in der Eremitage in St. Petersburg (Inv.-Nr. F 2528), s. "Il secolo d'oro della maiolica. Ceramica italiana dei secoli XV-XVI dalla raccolta del Museo Statale dell' Eremitage" (Ausst. Kat. Faenza), 2003, Kat. Nr.97. CHF 2 000/3 000 (€ 2 130/3 190) 1113* HEILIGER CHRISTOPHORUS MIT DEM JESUSKIND Norddeutschland/Niederlande, um 1580. Buchsbaum vollrund fein geschnitzt. Der Heilige dargestellt mit Turban, geknöpftem und gegürtetem Wams sowie langem Umhang, gestützt auf einen grossen Ast als Stock, im Wasser stehend. Das Christuskind mit Weltkugel kauert auf seinen Schul- tern, die beiden mit Blickkontakt. Auf oktogonalem gestuftem Sockel, frontseitig mit zwei blinden Wappenkartuschen. H 38 cm. Hand Christopherus mit Bruchstelle, rechter Arm des Kindes fehlt. Risse und Fehlstellen. Provenienz: Sammlung Arlette und Antony Embden, Frankreich. Feine und meisterliche Schnitzarbeit. Der Legende nach half Christophorus im Bestreben, Christus zu dienen, Reisenden beim Überqueren eines Flusses. Eines Nachts trug er ein Kind auf den Schultern, das immer schwerer wurde. Er erkannte, dass dieses Kind Christus selbst war. Mit Christus trägt Christophorus im über- tragenen Sinne die Last der Welt. Er gilt als Schutzheiliger der Rei- senden und ist einer der vierzehn Nothelfer. CHF 8 000/12 000 (€ 8 510/12 770) 104

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