WORKS OF ART & DECORATIVE ARTS AUKTION 18. SEPTEMBER 2025

1149* BRONZEFIGUR "DER GESCHUNDENE MARSYAS" Frankreich, 18./19. Jh. Nach einem römischen Marmorvorbild um 150 v. Chr. bzw. nach einer Adaption von François Girardon (1628–1715). Bronze dunkel patiniert. Darstellung des an einem Baumstrunk gehängten Marsyas. H 60 cm. Kleine Gussfehler. Kleine Löcher in Bronze. Weni- ge Bereibungen. Provenienz: Sammlung Arlette und Antony Embden, Frank- reich. Der mythologischen Überlieferung nach band der Gott Apollon den Satyr Marsyas als Strafe für seine vermessene Herausforderung an eine Fichte und liess ihm bei lebendigem Leib die Haut abziehen. Aus dem vergossenen Blut des Opfers entsprang der Fluss Marsyas. Das Vorbild für die Bronze befindet sich im Lou- vre in Paris und ist eine monumentale Marmors- kulptur aus der römischen Antike, datiert ca. 150 v. Chr. (Inv.-Nr. MR 267). Zwischen 1647 und 1650 schuf François Girardon eine heute verschollene Terrakotta, vermutlich nach dem Vorbild der Mar- morstatue. Diese Figur erscheint in der Folge von Kupferstichen von Nicolas Chevallier nach Zeich- nungen von René Charpentier und Gilles-Marie Oppenord, die die Sammlung Girardons illustrie- ren (Vgl. François Souchal: French Sculptors of the 17th and 18th centuries: The Reign of Louis XIV. Oxford 1981, Bd. 2, S. 80, Abb. 119). Alexandre Ma- ral listet in seiner Monographie zum Künstler die Serie von mehreren Marsyas-Bronzen "als mög- licherweise von Girardon oder unter seiner An- weisung hergestellt" (Alexandre Maral: François Girardon. Le Sculpteur de Louis XIV. Paris 2015, S. 457-459/S. 513, Nr. Sb. 47). Die von Maral zi- tierten Vergleichsbronzen weichen von unserem Exemplar in Details ab. Beispielsweise ist der Baumstrunk der Fichte unten etwas höher oder die von der Bronze lösbaren Elemente wie Panflöte bzw. Tierfell, das die Leistengegend von Marsyas verdeckt, fehlen gänzlich (Vgl. Exemplar aus der Sammlung Alain Moatti). CHF 4 000/6 000 (€ 4 260/6 380) 138

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