WORKS OF ART & DECORATIVE ARTS AUKTION 18. SEPTEMBER 2025
1178* PAAR MODELLE VON TAUBEN Meissen, J. J. Kändler, um 1740–50. Naturalistisch modelliert und partiell staffiertes Federkleid in Braun und Schwarz. Mit ihren grossen Krallen auf Geländeso- ckeln mit applizierten Blumen und Blättern stehend. Pressnum- mer 45 auf einem der Modelle. H 9,6 cm, L 10,5 cm und 11,5 cm. Restauriert. Provenienz: The Antique Porcelain co., New York (eine Taube). Vergleichsstücke: Albiker, Die Meissener Porzellantiere, 1959, Taf. 24 Nr.77. CHF 8 000/10 000 (€ 8 510/10 640) 1179* HAHN UND HENNE Meissen, Modelle um 1742 von J. J. Kändler. Jedes Tier auf einem mit Blumen und Blättern applizierten Sockel, der Hahn mit hoch gestrecktem Kopf und zum Krähen aufge- sperrten Schnabel, die Henne mit scheinbar gerade eben geleg- tem Ei, ihren Kopf seitwärts und den Blick prüfend zum Betrachter gerichtet. Blaue Schwertermarke auf dem unglasierten Sockel (Henne), zweifache Pressnummer 55 (Hahn). H 21,9 cm und 24 cm. Restauriert. In den Arbeitsberichten zum Datum Dezember 1742 notiert Känd- ler: "1 Hahn und 1 Henne von feiner Grösse welche für die Grä- fin Herford bestellet worden, gehörigermassen zerschnitten und zum abformen gegeben". Nochmals erwähnt in Kändlers Taxa von 1740-48: 1 Hahn von ziemlicher Grösse nach der Natur wie er auff dem Rasen steheend schreyet, vor ermelte Printzessin (von Her- ford), 5 thrl. dazu gehörige stehende Henne, wie sie ein Ei vor sich liegen hat, 4 Thlr." (Rückert, Meissener Porzellan, 1966, Taf. XXXII, Nr. 1135, 1143). Beide Modelle wurden, wie Kändler in der Taxa notiert, für die Prinzessin Johanna Charlotta von Anhalt-Dessau, Äbtissin von Herford (1682–1750) in Auftrag gegeben. Die Prin- zessin war mit demMarkgrafen Philipp von Brandenburg-Schwedt verheiratet und war dann als Witwe von 1729-50 Äbtissin des Da- menstiftes von Herford, heutiges Nordrhein-Westfalen. Vergleichstücke: Metropolitan Museum of Art New York, Y. Ha- ckenbroch, Meissen and other Continental Porcelain, 1956, fig. 17 (Inv.-Nr. 64.101.29); Sammlung Ernst Schneider, Lustheim (Rückert Nr. 1135, 1143). Für weitere Vergleiche im Handel, mit einer Pen- dule montiert, s. ehemals Sammlung von Pannwitz, Auktion Hel- bing 1905, Nr.366; Sammlung Hermine Feist und später Staatliche Museen Berlin, bei Julius Böhler/Lepke Berlin, 1937, Nr. 473, 474; Collection Laurance Rockefeller, Sotheby’s New York, 11.10.2005, Lot 202; Collection Sir Gawaine & Lady Baillie, Sotheby’s 1.5.2013, Lot 180. CHF 30 000/35 000 (€ 31 910/37 230) 164
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