WORKS OF ART & DECORATIVE ARTS AUKTION 18. SEPTEMBER 2025

Antiker Schmuck und Fibeln aus der ehem. Sammlung Ernst und Marthe Kofler-Truniger Das Luzerner Ehepaar Ernst Kofler-Truniger (1903–1990) und seine Frau Marthe (1918–1999) gehörte im 20. Jahrhundert zu den bedeutendsten Privatsammlern der Schweiz. Mit feinem Gespür für künstlerische Qualität und kulturhistorische Relevanz trugen sie über Jahrzehnte hinweg eine herausragende Sammlung antiker Kunst, liturgischer Gerätschaften und aussereuropäischer Objekte zusammen. Ihr Sammlungskonzept ging weit über das rein Ästhetische hinaus; es war Ausdruck eines tiefen Interesses an den Kulturen der Welt. Sie unterschieden sich von anderen zeitgenössischen Samm- lerinnen und Sammlern gerade dadurch, dass sie nicht das Grossformatige, Laute oder Schrille suchten, sondern ihre Aufmerksamkeit dem Kleinteiligen, den stillen Preziosen des Kunsthandwerks widmeten. Der Luzerner Unternehmer und langjährige Betreiber des Modehaus Kofler genoss zeitlebens ein grosses Renommee bei Museen und Kuratoren weltweit, was sich ab den späten 1950er Jahren an zahlreichen Leihgaben und Museumsschauen widerspiegelte. Die Akribie, mit der Kofler-Truniger die Sammlung betreuten, wurde von den Museumskuratoren weltweit geschätzt. Jene Akribie zeigt sich beim minuziösen Verfassen von Karteikarten für jedes einzelne Objekt, welche eine wertvolle Grund- lage für unsere Katalogbeschreibungen darstellen. Aus dem umfangreichen, eklektischen Sammlungsnachlass hat das Auktionshaus Koller die Ehre, über mehrere Auktionen aufgeteilt, einen Teil der hochwertigen antiken Schmucksamm- lung zu präsentieren. Die Sammlung beweist, dass der Schmuck der Antike weit mehr als blosse Zier ist. Vielmehr ist er Ausdruck von Identität, Status, Glauben und handwerklicher Meisterschaft. Von den majestätischen Goldarbeiten der Achämeniden über die feinsinnige Symbolik ägyptischer Amulette bis hin zur eleganten Klarheit hellenistischer Schmuckformen entfaltet sich ein Panorama kultureller Vielfalt und künstlerischer Exzellenz. Gold ist das bevorzugte Material vieler antiker Hochkulturen. Es fasziniert nicht nur durch seinen Glanz und seine Un- vergänglichkeit, sondern auch durch seine rituelle und symbolische Bedeutung. Neben Gold finden sich in der Kof- ler-Truniger-Sammlung auch Unikate aus Silber, Elektron, Glasfluss, Bronze, Kupfer sowie feinste Emailtechniken. Die Schmuckstücke zeugen von grenz- und epochenübergreifendem Kunsthandwerk. Die vorliegende Sammlung vereint eindrucksvolle Exponate vorwiegend aus den antiken Mittelmeer-Hochkulturen sowie aus dem Gebiet des Mittleren und Vorderen Orients: achämenidische, ägyptische, etruskische, hellenistische, römische Schmuckstücke sind ebenso dabei wie gallorömische Artefakte bzw. merowingische Fibeln und Gürtelschnallen aus der Völkerwanderungszeit. Die Kofler-Truniger-Sammlung ermöglicht uns mittels dieser Schmuckexponate einen Blick in die ästhetische Welt ver- gangener Kulturen, dokumentiert indes auch Handelsbeziehungen, Glaubenssysteme und technische Innovationen. Jedes Stück ist ein unverwechselbares Zeugnis vergangener Grösse und ist kunsthistorisch wie kulturell von grossem Wert. Hinweis zu Provenienzangaben in den Katalogbeschreibungen: Alle Stücke aus dieser Sammlung gingen ca. 1974 in einen Schweizer Privatbesitz über und kamen durch Erbschaft in den heutigen Schweizer Familienbesitz. Aus Platz- gründen stehen die Provenienzen nach dem Besitz von Kofler-Truniger nur im Online-Katalog. Zu jedem Lot gibt es eine Karteikarte, welche von Kofler-Truniger angelegt wurde. Die Nummer der Karteikarte entspricht der Inventarnummer am Ende der Provenienzangabe. 2

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