WORKS OF ART & DECORATIVE ARTS AUKTION 18. SEPTEMBER 2025

1 (1) IOANES.VENETUS.CAR.SANCTI.ALIOR–M.ABBATIE.BALME. COMMDATARE Ioanes venetus cardinalis sancti (?) abbatiae balme comm(en) datar(ius). Italien, 15. Jh. Bronze graviert mit Resten einer Vergoldung. Spitzo- vale Form. H 7,7 cm. Darstellung Hl. Petrus in gotischer Architek- tur, darunter ein Wappen bekrönt durch Kardinalshut. Wohl Wap- pen des Kardinals Giovanni Michiel (1446–1503). Balma – Verweis auf heutiges Baume, Arrondissement Saint-Clau- de, Frankreich. Altes Kloster, gegründet um die Mitte des 5. Jh., von den Heiligen Romanus und Lupicinus, die dort ihre Schwester, die „Mutter der Jungfrauen“, mit einer Gemeinschaft von 100 Nonnen ansiedelten. Die Basilika, die den Leib des Heiligen Romanus be- herbergte, gehörte zu diesem Kloster. Nachdem dieses aufgelöst worden war, wurde es in ein Priorat von Mönchen umgewandelt und erhielt den Namen Saint-Romain-de-Roche, bis heute der Name der aktuellen Kirche. Ein Konvent von San Pietro befand sich auch in Beaume-les-Moines, gegründet Ende des 4. Jh., wie- deraufgebaut im Jahr 926; es gehört zur Diözese Besançon. Das Wappen bekrönt durch den Kardinalshut verweist auf Kardinal Giovanni Michiel. Vgl. ein Wappenrelief aus Stein im Kardinalspa- last Verona bei der Piazza Vescovado. (Catalogo Bene Culturali, Inv.-Nr. 0500089410). Giovanni Michiel wurde am 21. November 1468 von seinemOnkel, Papst Paul II. zum Kardinal erhoben. 1471 wurde er zum Bischof von Verona. Er nahm als Kardinal am Konklave 1484 teil, welches Papst Innozenz VIII. wählte (Vgl. Webseite Catholic Hierarchy, Stichwort ‘Giovanni Michiel’). 2 (217) S. IOHIS' DEI GRA–EPI–CI–VITAT. CA–ST(EL)LA Sigillum Johannis Dei Gratia Episcopi Civitatis Castellanae. Italien, Ende 14. Jh./Anfang 15. Jh. Bronze dunkel patiniert und gra- viert. Spitzovale Form. H 5,4 cm. Darstellung der Hl. Muttergottes mit Kind, darunter zwei Heilige in gotischer Architektur. Darunter ein Bischof flankiert von zwei Wappenschilder. Giovanni degli Arcioni aus Romwurde am 30. April 1395 von Papst Bonifaz IX. zum Bischof von Civita Castellana ernannt und hatte dieses Amt bis zu seinem Tod im Jahr 1406 inne (Vgl. Webseite Diocesi di Civita Castellana). Während seines Bischofsamts wurde die Kapelle des Hl. Nikolaus gegründet, durch Pietro di Somma aus Neapel, damals Rektor und Gouverneur von Civita Castellana. Der Bischofssitz von Civita Castellana hatte bereits seit 1252 auch den von Gallese in sich aufgenommen; 1437 wurde auch der von Orte hinzugefügt. Der Siegeltyp ist bei italienischen und französi- schen Kirchensiegeln vom 14. bis zum späten 15. Jh. üblich. 47

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