IMPRESSIONISMUS & MODERNE 28. NOVEMBER 2025

3215 MAURICE DENIS (Granville 1870–1943 Saint-Germain-en-Laye) Le concert. 1889/90. Öl auf Karton. Verso mit dem Nachlassstempel: MAUD. 21 × 15 cm. Provenienz: - Anne-Marie Poncet-Denis, Yverdon. - Sammlung Steven S. Mauner, New York, in den 1950er-Jahren direkt bei Obiger erworben. - George L. Mauner, Pennsylvania, von Obigem erhalten. - Privatsammlung Schweiz, durch Erbschaft erhalten. Ausstellungen: - Paris 1970, Maurice Denis, Orangerie des Tuileries, 3.6.–31.8.1970, Nr. 18. - Pennsylvania 1971, The Nabis, Penn State University, Hetzel Union Building Gallery, 1.2.–28.2.1971, Nr. 7. Literatur: - George L. Mauner: The Nabis. Their history and their art 1888–1896, New York/London 1978, S. 258 (Abb. Nr. 137). - Delphine Grivel: Maurice Denis et la musique, Lyon 2011, S. 69 (Abb. S. 30). Wir danken Claire Denis und Fabienne Stahl für die Bestätigung der Authentizität des Werks. Es ist im Archiv Maurice Denis unter der Nummer 890.0035 registriert. An der Schwelle zum 20. Jahrhundert schloss sich unter der Füh- rung von Paul Sérusier an der Académie Julian in Paris eine Zahl junger Künstler zu einer Gruppe zusammen. Die "Nabis", hebrä- isch für Prophet, verstanden sich also als Propheten einer neuen Malerei, die sich von der an den Akademien gelehrten Imitation der Natur lösen wollten. Dabei sollte der Bildgegenstand in seiner Bedeutung hinter den rein bildnerischen Mitteln wie Linie, Fläche und Farbe zurücktreten. Zudem wurden auch die Vermittlung des Wesens der dargestellten Objekte und die durch sie ausgelösten Emotionen zu zentralen Aspekten. Der knapp 20-jährige Maurice Denis schloss sich der Künstlergruppe an und versuchte in einem Aufsatz diese neuen Vorstellungen in Worte zu fassen: "Se rappeler qu’un tableau – avant d’être un cheval de ba- taille, une femme nue, ou une quelconque anecdote – est essentiellement une surface plane recouverte de cou- leurs en un certain ordre assemblées." (Denis, in: Théories 1890–1910, 1920, S. 1). Aus dieser frühen Nabizeit stammt das faszinierende kleine Gemälde "Le concert", in dem der Künstler seine Maxime perfekt umzusetzen scheint: Der eigentliche Ge- genstand, ein Konzertsaal, wird erst auf den zweiten Blick sichtbar. In erster Linie besteht das Werk aus Flächen, For- men und Farben. Die Notenpulte und Harfen sind als hell- gelbe Rechtecke und Linien, die Köpfe der Musizierenden als dunklere Kreise nur angedeutet. Der Leuchter im Zent- rum der Komposition vermittelt mit seiner goldenen strah- lenden Farbfläche die Wärme und vibrierende Stimmung eines Konzertabends. CHF 30 000/50 000 (€ 32 260/53 760) 16

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