IMPRESSIONISMUS & MODERNE 28. NOVEMBER 2025
3275 ALBERT MARQUET (Bordeaux 1875–1947 Paris) Montreux. 1937. Öl auf Leinwand. Unten rechts signiert: marquet. Verso betitelt und datiert: Montreux 37. 65 × 81 cm. Gutachten: - Wildenstein Plattner Institute, New York, 26.4.2021 (in Kopie vorhanden). - Jean Claude Martinet, Paris, 27.12.1978 (in Kopie vorhanden). Provenienz: - Marcelle Marquet, Paris, nach dem Tod des Künstlers durch Erbschaft erhalten. - Alex Maguy, Paris, 1965 von Obiger erworben. - Auktion Galerie Motte, Genf, 28.6.1969, Los 406. - Galeria Theo, Madrid (verso mit Etikett). - Galerie des Granges, Genf. - Auktion Koller, Zürich, 2.11.1979, Los 5164. - Galerie des Granges, Genf. - Schweizer Privatsammlung, am 4.1.1980 in obiger Galerie erworben. - Auktion Koller, Zürich, 2.7.2021, Los 3262. - Schweizer Privatsammlung, an obiger Auktion erworben. Ausstellung: Amsterdam 1962, Albert Marquet, Rijksakademie, 13.6.–16.7.1962, Nr. 39. Bekannt sind vor allemMarquets Hafen- und Flussansichten, die er auf zahlreichen Reisen durch Europa festhält. Diese eindrucksvolle Ansicht von Montreux, welche anlässlich seiner Schweizreise in den Jahren 1936/37 entsteht, bestätigt Marcelles Aussage. Mit der Absicht, den Schnee in den Schweizer Alpen zu finden, macht der Künstler an ver- schiedenenStationen anderWaadtländer Riviera halt, wovon ein kleiner Werkkorpus von Genfersee-Ansichten zeugt. Das Wasser des Genfer- sees, auf dessen Oberfläche der Künstler die Lichteffekte und Wellen- bewegungen gekonnt in einem kühlen, quasi monochromen Kolorit in Szene setzt, bildet den thematischen Kern seiner Komposition. Das für den Künstler fremde Gewässer in einer bisher unbekannten Landschaft fesselt sein Interesse und treibt ihn an, den atmosphärischen Charakter und das Wesen dieser Gegend malerisch zu ergründen. Obwohl Marquet ein Mitbegründer der Fauvisten ist und mit Henri Matisse eine tiefe Freundschaft pflegt, verzichtet er auf heftige Farb- experimente zugunsten einer gedämpften Farbgebung, die wiederum aufgrund des Sfumato im Hintergrund auf der Höhe des Gebirgszuges chromatische Vibrationen erzeugt. Die dominierende Monochromie in Blau wird durch vife Farbakzente der vordergründigen Seeprome- nade ausbalanciert – den Rückgriff auf die fauvistische Manier kann sich Marquet dann doch nicht verkneifen. In dieser Ansicht von Mon- treux veranschaulicht er seinen individuellen Stil, welcher in der Reife- phase seines Œuvres zwischen Postimpressionismus und Fauvismus schwingt. Typisch für seineWerke ist die auch hier vorzufindende Über- kopfperspektive des Vordergrunds, die sich im Mittelgrund mithilfe des Sees und der Linearität des Uferhorizontes stabilisiert. Die Essenz des Werks bildet somit der raumgreifende See, der in lichtem, lasierendem Farbauftrag der Komposition Halt gibt. CHF 100 000/150 000 (€ 107 530/161 290) 96
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